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So heilen Wunden ohne Narben

Experten-Interview

Einmal nicht aufgepasst – schon hinterlässt das Küchenmesser einen Schnitt in der Hand. Kleine und größere Wunden entstehen im Alltag meist innerhalb weniger Sekunden. Wie sie versorgt werden müssen, was die Heilung fördert und wie sich die Entstehung von Narben vermeiden lässt.

18.11.2014 / Lesedauer: 3 min
So heilen Wunden ohne Narben

Mit einem Pflaster ist eine Wunde am besten versorgt. Es verhindert, dass Schmutz eindringt, und hält das Gewebe feucht.

Bei der Wundheilung sind grundsätzlich zwei Situationen zu unterscheiden. Zum einen gibt es Wunden, die die Haut nur oberflächlich betreffen oder sehr schmal sind, also beispielsweise Stichwunden. Hier überlappt die Haut an den Rändern, und die Zellen finden schnell wieder zueinander. Solch eine Wunde heilt in der Regel ab, ohne dass eine Narbe entsteht. Gleiches gilt für kleinere Operationsnarben, bei denen die Wundränder durch den Arzt gut zusammengefügt werden. Anders ist die Situation bei größeren Wunden, bei denen mehr Gewebe beschädigt wurde oder die chronisch entstanden sind. Hier versucht der Körper zunächst, Fremdpartikel loszuwerden. Er sondert ein Sekret ab, duscht die Wunde sozusagen von innen. Dieses Wundsekret ist gleichzeitig Heilsekret. Es enthält Abwehrstoffe gegen Bakterien und Wachstumsstoffe für die nachwachsenden Zellen. Abwehrzellen aus dem Blut wandern in die Wunde und räumen alles weg, was dort nicht hingehört.

Die Reinigungsphase geht über in die Phase der sogenannten Granulation: Um die Wunde zu schließen, produziert der Körper neues Gewebe. Erst im Anschluss bildet sich in der Epithelisierungsphase eine neue Oberhaut. Je nach Größe der Wunde und der Art des Heilungsverlaufs bleibt dieses Ersatzgewebe sichtbar als Narbe zurück.

Eine Wunde, die ganz oberflächlich ist, muss höchstens gereinigt werden – und zwar am besten mit Leitungswasser. Anschließend kann ein Pflaster oder eine Kompresse darauf gegeben werden. Das Pflaster sollte auf der Haut bleiben. Denn die gängige Meinung, eine Wunde könne in der Luft am besten trocknen, ist ein Irrglaube. Die Wunde sollte abgedeckt sein, damit kein Schmutz eindringen kann. Eine gewisse Befeuchtung tut der Heilung am besten. Und die Wunde braucht Ruhe, sie sollte in Ruhe gelassen werden.

Grundsätzlich ist der Körper darauf eingestellt, die Wundheilung selbst zu bewältigen. Kleinere Wunden kann er deshalb ohne Hilfe von außen schließen. Bei schmerzenden, entzündeten oder geröteten Wunden sollte jedoch ein Arzt zurate gezogen werden. Gleiches gilt für Wunden, die stark klaffen. Hier kann der Arzt die Wundränder nähen, klammern oder kleben, um die Wundheilung zu beschleunigen. Auch bei Bisswunden sollte immer ein Mediziner hingezogen werden. Denn hier ist entscheidend, dass der Patient über einen ausreichenden Impfschutz verfügt.

Die Wunde muss sauber bleiben und darf nicht gereizt werden. OP-Wunden, gerade an Gelenken, müssen deshalb besonders geschont werden. Daneben zählen aber auch individuelle Faktoren: Manche Menschen neigen zu stärkerer Wulstbildung als andere, das heißt, sie haben ein höheres Risiko, dass eine auffällige Wulst zurückbleibt. Diesen Effekt können spezielle Narbengele abmildern.

Ja, durchaus. Eine Narbe ist kein totes Gewebe, sie wächst lebenslang mit. Bei plötzlich auftretendem Juckreiz können Salben helfen. Und wenn Narben schmerzhaft ziehen oder unschön aussehen, kann der Dermatologe operativ eingreifen. Allerdings sollte man abwägen, ob man eine gute oder schlechte Narbenbildung hat. Denn sonst verursacht der Eingriff eine weitere Narbe.