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So klingt nur das Traumduo der klassischen Musik

Gabetta und Grimaud in Wuppertal

Dieses doppelte Temperament und diese aufs Glücklichste miteinander harmonierende Musikalität (ganz abgesehen von Attraktivität und Charme der beiden Musikerinnen) lassen keinen Zweifel: Sol Gabetta und Hélène Grimaud sind derzeit "das" weibliche Traumduo der klassischen Musik.

WUPPERTAL

von Von Klaus Stübler

, 19.12.2012 / Lesedauer: 2 min
So klingt nur das Traumduo der klassischen Musik

Sol Gabetta (l.) und Hélène Grimaud spielten vor ausverkauftem Haus in Wuppertal.

Davon konnte man sich auch am Dienstagabend beim Galakonzert in der Stadthalle Wuppertal überzeugen, mit dem das Klavier-Festival Ruhr einen glanzvollen Auftakt zu seinem 25. Jubiläumsjahr setzte.Ausverkaufte Halle Viel direkter Blickkontakt ist da nicht zwischen den beiden Ausnahmemusikerinnen: die Cellistin Sol Gabetta vorn an der Rampe, frontal zum Großteil des Publikums (auch die Orgelempore hinter ihrem Rücken ist besetzt an diesem ausverkauften Abend), die zwölf Jahre ältere Pianistin Hélène Grimaud schräg dahinter. Und doch knistert es dazwischen, beflügeln sie sich permanent. Die Beiden präsentierten - wie tags zuvor in Berlin und einen Tag später in Hamburg - die vier Werke ihrer ersten gemeinsamen CD.Drei Fantasiestücke Sanglich-weich, schwärmerisch und zuletzt leidenschaftlich-feurig durchmessen sie die drei Fantasiestücke op. 73 von Schumann. In der ersten Cellosonate von Brahms ist Grimaud der Motor, die treibende Kraft, Gabetta aber umschmeichelt alles mit ihren unwiderstehlichen Kantilenen. Neckisch und frech nehmen Beide das Scherzo, überschäumend temperamentvoll das Finale. Das ist kammermusikalisches Zusammenspiel vom Feinsten. Bei Debussys Cellosonate fühlt man sich fast im Jazzkonzert, so spontan, so frei improvisiert klingt die Musik.Spiellust auf der Spitze Und in der Cellosonate von Schostakowitsch mit ihrem breiten stilistischen Spektrum legen die beiden ebenso sensiblen wie virtuosen Musikerinnen noch eins drauf und treiben ihre Spiellust schier auf die Spitze. Magischer, bei aller Wandlungsfähigkeit immer präsenter Celloton trifft auf pointierten, beseelten Klavierklang. Sol Gabetta steht zwar durchweg mehr im Rampenlicht, Hélène Grimaud ihr aber in nichts nach. Ein beglückender Konzertabend, der sein Ziel nicht verfehlte: Lust zu machen auf den bevorstehenden Jubiläumsjahrgang des Klavier-Festivals Ruhr.  

Karten und Geschenkgutscheine
Für drei exklusive Klavier-Festival-Ruhr-Konzerte in 2013 sind bereits jetzt Karten erhältlich: Gerald und John Clayton plus WDR Big Band (14.5.2013, Bochum, Jahrhunderthalle), Murray Perahia und Academy of St. Martin in the Fields (4.6.2013, Wuppertal, Stadthalle), András Schiff (5.7.2013, Essen, Philharmonie). Karten unter Tel. (01805) 500803.
Wer die freie Auswahl verschenken möchte aus dem Programm des vom 4. Mai bis 19. Juli 2013 geplanten Festivals, kann über die Internetseite oder unter Tel. (0201) 89 66 839 Geschenk-Gutscheine bestellen. Der allgemeine Vorverkauf fürs Klavier-Festival beginnt am Samstag, 19. Januar 2013, um 9 Uhr.
Das Festival gastiert 2013 dreimal im Dortmunder Harenberg-Haus (HCC), wie dort gestern bekannt gegeben wurde. Die Konzertreihe mit Preisträgern internationaler Wettbewerbe beginnt am 30. Mai, wenn die Ausnahmepianistin Varvara ihr Debüt beim Festival gibt. Abschluss der Konzertreihe ist am 1. Juni das Konzert des Italieners Federico Colli, der sein Publikum bereits in berühmten Konzerthäusern begeisterte. Ein echter Höhepunkt wird der Vortrag von Musiker-Legende Alfred Brendel am 15. Juni sein.