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So lebendig wie ein wildes Kaninchen

HOMBRUCH Einst diente die Kaninchenzucht ausschließlich der Fleischproduktion. Das war vor allem in den mageren Kriegsjahren so. Die Kinder von damals sind die Züchter von heute. Ihnen geht's nicht um einen saftigen Braten, sondern um nur eine Frage: "Wer hat das Schönste im ganzen Land?"

von Von Gianna Grün

, 12.11.2007
So lebendig wie ein wildes Kaninchen

So sieht ein prächtiger Zuchterfolg aus: Karl Thiesbrummel zeigt stolz ein Erfolg aus seinem Stall.

"Wenn Sie noch ein paar graue Strähnen hätten, würden Sie auch als Kleinsilber gelb durchgehen", erklärt ein Züchter schmunzelnd und deutet auf die roten Haare der Autorin dieses Textes.

"Kleinsilber gelb", das ist eine von den beiden Kaninchenrassen, die der Kaninchenzuchtverein W 275 "Volkswohl" Hombruch zu seinem 100-jährigen Bestehen zur Schau stellt. Für das Laienauge ist der "Kleine Silber gelb" eher braun-beige, aber der Fachmann weiß es eben besser: "Gelb ist die Grundfarbe des Felles dieser Kaninchen-Rasse", erklärt Karl Thiesbrummel, vierfacher Landesmeister und Kreismeister der Kaninchenzucht, "diese Tiere sind den Wildkaninchen noch am ähnlichsten - vor allem in ihrer Lebendigkeit." Lebendig sind sie, das erkennt auch das Laienauge, denn die kleinen Tiere schnuppern unentwegt in ihren Käfigen umher. Gemächlich - fast schon majestätisch hingegen - wirkt die zweite Rasse der Zuchtschau.

Der "Deutsche Riese grau" macht seinem Namen alle Ehre: sieben Kilogramm Mindestgewicht und die langen, abstehenden Ohren lassen ihn wirklich riesig erscheinen. Mit dieser Rasse gewann die Zuchtgemeinschaft Karl-Heinz und Margret Kleinschmidt mehrere Preise. Die Auszeichnungen werden nach Punkten vergeben - für das Fell, die Körperform, Gewicht und die verschiedenen Rassemerkmale. Aber eine Belohnung bekommt ein Kaninchen nicht, wenn es seinem Züchter zum Sieg verholfen hat: "Die Tiere sind nach einer Schau viel zu unruhig - extra Futter würde ihnen nicht bekommen", erklärt Karl Thiesbrummel.

Die kleinen Tiere bekommen nur Hochleistungsfutter "und eben alles Grün aus dem Garten - aus rein biologischem Anbau" betont Thiesbrummel. Namen gibt er seinen 50 Tieren aber nicht. Stattdessen werden sie tätowiert, wenn sie noch ganz jung sind: im einen "Löffel" steht der Geburtsmonat und das Geburtsjahr, im anderen die Kennziffer des Vereins, W 275 - und das schon seit 100 Jahren.