So schützen Sie sich vor der Grippe und Erkältungen

rnGrippe und Erkältungen

Hartnäckiger Husten, Schnupfen, Fieber: Die Zeit der Erkältungen und Grippe hat begonnen. Wie kann ich mich schützen? Wann habe ich eine Grippe, wann eine Erkältung? Fragen und Antworten.

Dortmund

, 25.11.2019, 07:21 Uhr / Lesedauer: 3 min

Insgesamt registrierte das Robert-Koch-Institut Institut von Oktober 2018 bis Mitte Mai 2019 in Deutschland 182.000 bestätigte Grippefälle. Die Zahl der Erkältungen ging in die Millionen. Im Herbst 2019 sind zwar erst vereinzelte Grippefälle gemeldet, aber die Saison beginnt in der Regel erst am Jahresende.

Ein kurzer Griff an die Türklinke oder eine einfache Begrüßung per Handschlag

kann Influenza-Viren übertragen. Wann es sich um Influenza-Viren handelt, wie sich eine Grippe von einer Erkältung unterscheidet und welche Vorsorge-Tipps es gibt, darüber geben unsere Fragen und Antworten Aufschluss.

? Was ist eine Grippe überhaupt?

„Um eine Grippe handelt es sich, wenn der Erreger der Influenza-Virus ist“, erklärt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

Krankheiten mit Influenza-Viren verlaufen mit sehr schweren Symptomen. Die Viren zerstören dabei zu einem gewissen Teil das Lungen-Gewebe.

? Was sind die Symptome einer Grippe?

Fieber, Schlappheit, starke Kopf- und Gliederschmerzen sind Symptome, die auftreten können. In der Regel wird die Dauer einer Grippe vom RKI mit fünf bis sieben Tagen angegeben. In schweren Fällen kann die Grippe deutlich länger

dauern – zwischen drei und sechs Wochen.

? Wann beginnt die Grippewelle?

Normalerweise geht das RKI davon aus, dass die Grippewelle Anfang Januar beginnt und sich bis in den März zieht. In der Regel wird mit einer Zeit von drei bis vier Monaten gerechnet. Diese Karte des RKI zeigt, wo Grippefälle in Deutschland aktuell gerade gemeldet sind.

? Wie sinnvoll ist es, sich impfen zu lassen?

Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbands Westfalen-Lippe, ist da eindeutig: „Die Grippeimpfung ist sehr wichtig! Sie schützt nicht nur einen selbst, sondern auch andere Menschen, die sich vielleicht aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht impfen lassen können oder die anfälliger für eine Influenza-

Infektion sind.“

Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es auch im Dezember und selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen.

? Wer ist besonders gefährdet?

Vor allem Schwangere und Personen über 60 sollten sich impfen lassen, aber auch Herzkranken, Diabetikern, Asthmatikern und medizinischem Personal wird zu einer Grippeimpfung geraten. „Zur Vorbeugung ist die Impfung, die beste Möglichkeit“, erläutert Susanne Glasmacher vom RKI.

? Wie wird der Grippeimpfstoff zusammengestellt?

Die Grundlage für den Influenza-Impfstoff enthält Bestandteile der Viren, die für

die Grippewelle erwartet werden. Labore aus der ganzen Welt – in Deutschland ist es das Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut – untersuchen Influenzaviren und geben die Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation

weiter. Diese stellt auf dieser Grundlage die Zusammensetzung für den Impfstoff

jedes Jahr fest. Die gesetzlichen Krankenversicherungen tragen die Kosten.

? Wie verträglich sind Grippe-Impfungen?

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten, berichtet die Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung. Stellenweise könne es nach der Impfung zu einer

Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommen. Auch Symptome wie Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen könnten in den ersten drei Tagen auftreten, klängen in der Regel nach ein bis zwei Tagen wieder ab.

? Grippe oder Erkältung – wo liegen die Unterschiede?

Die Grippe wird durch das Influenza-Virus hervorgerufen, während Erkältungen durch 200 verschiedene Virusarten verursacht werden können. Eine Erkältung

verursacht dabei eher mildere Symptome. Zu diesen zählen Halsschmerzen,

Schnupfen und Husten. In seltenen Fällen auch Fieber. Dennoch ist es oft nicht möglich, eine echte Grippe und eine Erkältung zu unterscheiden.

? Wie kann man festellen, ob es sich um eine Grippe oder Erkältung handelt?

Dazu muss durch den Arzt und ein Labor überprüft werden, welche Viren sich im

Körper befinden.

? Was sollte man tun, wenn man befürchtet, betroffen zu sein?

Je nach Schwere der Symptome sollte man zum Arzt gehen oder schauen, ob ein

Hausbesuch des Arztes möglich ist. „Vor allem Schwangere oder Personen

über 60 Jahre sollten das tun“, sagt Susanne Glasmacher. Diese sind besonders

betroffen und haben ein abgeschwächtes Immunsystem, was zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen kann. Im schlimmsten Fall sogar zum Tod.

? Wie kann ich mich schützen?

„Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind für eine gute körperliche Konstitution wichtig“, erklärt Anke Richter-Scheer und

führt weiter aus: „Zudem sollte man sich von Erkrankten möglichst fernhalten, sich

nicht anhusten lassen, auf das Händeschütteln verzichten und sich selbst regelmäßig gründlich die Hände waschen.“

Die Handhygiene ist hierbei besonders wichtig, das macht auch Susanne Glasmacher vom RKI deutlich: „Unabhängig von der Impfung sollte man auf gute Händehygiene achten. Viren verteilen sich am häufigsten durch Hände. Mein Rat: In den Ellbogen husten oder niesen und Kontakt vermeiden zu kranken Personen.“

? Wie bereiten sich Hausarztpraxen auf die Grippewelle vor?

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme für die Hausärzte ist die Aufklärung der Patienten, erläutert Anke Richter-Scheer: „Wir Hausärzte beraten

unsere Patienten und fordern sie insbesondere bei bestehender

Indikation auf, sich impfen zu lassen, sofern ihre körperliche Gesamtkonstitution

dies zulässt.“ Auch die gesundheitliche Vorsorge beim medizinischen Personal ist

hier maßgeblich. Vor allem sollen „Hausärzte und Praxispersonal

die Hygienevorschriften strikt einhalten“, sagt Richter-Scheer.

? Wie viele Menschen sind jedes Jahr von der Grippewelle betroffen?

In Deutschland ist die Grippe die Krankheit mit den meisten Todesfällen. Die Grippewelle von Ende 2017 bis Anfang 2018 war dabei eine der intensivsten in den vergangenen Jahren. Dabei kam es nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zu rund neun Millionen Arztbesuchen

und fast 2000 Todesfällen. Der Krankenstand erreichte im Februar 2018 mit 6,2 Prozent den höchsten Wert seit zehn Jahren, teilte damals der Interessenverband

der Betriebskrankenkassen mit.

? Wie sieht es weltweit aus?

Weltweit sind es zwischen 250.000 und 500.000 Menschen, die jährlich

an einer Grippe sterben. Drei bis fünf Millionen Menschen erkranken dabei

im Jahr.

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