So sieht die klimafreundliche Modellstadt Eco City aus

Fotostrecke einer interaktiven Ausstellung

Wie viel Kohlenstoffdioxid verursacht die Produktion eines Glases Milch? Und welche Kleidung schont das Klima und wurde außerdem zu fairen Arbeitsbedingungen hergestellt? Etwa 200 Besucher haben im Januar und Februar dies und mehr in der Modellstadt Eco City gelernt, einer Mitmach-Ausstellung. Wir haben die Modellstadt besucht.

BRÜNNINGHAUSEN

, 18.02.2016, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein weinroter Cardigan hängt auf einem Bügel zwischen T-Shirts und Hosen auf einem Kleiderständer in der Ecke des Pfarrsaals. Auf das Label mit der Marke wurde ein weißer Flicken mit einer Inschrift genäht: J4. Dieser Code entscheidet darüber, ob die Strickjacke umweltschädlich ist - oder sogar Blut an ihr klebt.

Den eigenen Lebensstil und das Konsumverhalten prüfen

Die Herkunft dieses Cardigans herauszufinden ist eine Teilaufgabe einer Station der Modellstadt Eco City, einer interaktiven Ausstellung, in der die Besucher ihren eigenen Lebensstil und ihr Konsumverhalten bezüglich des Klimaschutzes prüfen können.

Das Projekt der Evangelischen Jugend Dortmund für Besucher ab zwölf Jahren hat am 15. Januar für vier Wochen Halt im Gemeindezentrum in Brünninghausen bei der Cleverjugend gemacht. Am Dienstagnachmittag besuchte eine Gruppe von Konfirmanden aus Barop die Ausstellung.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die klimafreundliche Modellstadt Eco City

Die interaktive Ausstellung Eco City lehrt ihre Besucher klimabewusstes Handeln. In Brünninghausen konnten sie sich Jugendliche ab zwölf Jahren anschauen. Was sie bei dem Modellstadt-Projekt lernen konnten, zeigen wir in vielen Bildern.
17.02.2016
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So werden etwa 450 Gramm CO2 pro Glas Milch verursacht, bevor man die Tüte aus dem Kühlschrank nimmt...© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Auch Kleidung kann klimafreundlich oder feindlich sein. Besucher an dieser Station sollen daher auf die Herstellungsbedingungen, auch im Sinne der produzierenden Arbeiter, achten. Und natürlich auf die Optik.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Bevor es an die Stationen geht, klärt eine Videoinstallation die Besucher auf.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Klimaschutz ist auch eine Frage der Infrastruktur: Im Eco City Büro beschäftigen sich die Besucher mit der nachhaltigen Stadtplanung.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Bei der Station Gemüseladen sollen die Besucher der Ausstellung ein saisonales, regionales Sortiment entsprechend der Jahreszeiten zusammenstellen.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
...und bei dem Verzehr von 100 Gramm Käse sind es sogar 800 Gramm, die durch die Produktion erzeugt werden.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Im Klimaschutz-Bistro erfahren ihre Gäste, wie viel Kohlenstoffdioxid bei der Produktion, Lieferung und Lagerung entstehen.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Wohin geht die nächste Reise? Aus ökologischer Sicht des Reisebüros in Eco City am besten in die Region - ohne das Flugzeug zu nutzen.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
So etwa eine Reise nach Cuxhaven.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Neben den einzelnen Stationen stehen auch Bilder, die das Thema Klimaschutz illustrieren.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Ein klimafreundliche Speisekarte.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Mit einfachen Mitteln kann Strom gespart werden, etwa abschaltbaren Steckdosen, die den Stand-by-Betrieb verhindern.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Außerdem erfahren die Besucher der Ausstellung auch etwas über das Licht - oder besser Lampen: LEDs sind derzeit die energieeffizentesten Leuchtmittel.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Die Aufgaben stehen auf den Klemmbrettern, die an jeder Station liegen.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Marken spielen bei der Auswahl der Mode in Eco City keine Rolle - die Herkunft und Produktionsbedingungen allerdings schon. Über einen Code erfahren die Besucher über die Klimafreundlichkeit der Kleidung.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Ein Kochbuch für jeden Zweck - so auch eins für den Klimaschutz.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Viel können die Besucher bei der Ausstellung lernen.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Ein Gemälde, das das Zusammenspiel der Natur und den Einfluss des Menschen zeigt.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Spieglein, Spieglein an der Wand - wer ist die Schönste im ganzen Land? Und auf welche Kosten?© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Und wenn eine Führung beendet ist, werden die Stationen wieder aufgeräumt. So kann die nächste Gruppe ihr eigenes Gemüse-Sortiment entwickeln.© Foto: Jean-Pierre Fellmer
Schlagworte Brünninghausen

Der erste Teil ist eine Videoinstallation – eine Collage mit Stimmen von jungen Menschen und ihrer Haltung zum Umweltschutz. Die Bilder flimmern nicht nur über die große Leinwand vor dem Altar, sondern auch aus allen vier Ecken des Raumes auf Monitoren. Mehrfach drehen sich die Jugendlichen fast erschrocken um, wenn ein Bildschirm aufleuchtet und der Ton dazu aus dem jeweiligen Lautsprecher plärrt: "Warum ich mich nicht für Umweltschutz interessiere? Ich bin wohl zu faul", tönt es zu dem Bild eines jungen Mannes aus einer der Boxen.

Die Aufgabe: Ein klimafreundliches Geschäftsmodell entwerfen

Der Film ist vorbei, Philipp Othmer, Leiter des Projekts, übernimmt die Moderation. "Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die Besucher diese mit entwerfen", sagt er. "Jede Station sieht nach jeder Führung anders aus."

Er fordert die Konfirmanden auf, sich in Gruppen an die verschiedenen Stände aufzuteilen, etwa dem Reisebüro, dem Elektroshop oder der Boutique. Während an den Stationen die einzelnen Gruppen versuchen, ein klimafreundliches Geschäftsmodell zu entwerfen, schauen sich die Begleiter der Konfirmanden – Jasper, Pia, Isabel und Lina – die Aufgabe der Station Boutique an.

Über das Projekt:
Weitere Informationen über die Modellstadt Eco City finden Sie .

 

"Sucht euch zuerst ein Outfit aus, das euch gefällt", liest Pia von dem Klemmbrett vor. Sie entscheiden sich für eine schwarze Schlaghose, ein gleichfarbiges T-Shirt – und den weinroten Cardigan. „Als nächstes stellt ein Outfit zusammen, das euch gefällt und das Klima schützt sowie unter fairen Arbeitsbedingungen für die Arbeiter hergestellt wurde.“

Details zu den Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern

Pia sucht nach den eingenähten mit dem Code beschrifteten Labels und schaut im Katalog, der Auskunft über die Herkunft der Kleidung gibt, nach: „T-Shirt und Hose sind in Ordnung“, sagt sie. „Aber der Cardigan: Er ist von einem Modelabel, bei dem wir nicht sicher sein können, dass bei der Herstellung keine giftigen Stoffe verwendet wurden.“

Sie liest weiter und erfährt, dass in China 320 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser sind und 20 Prozent der Wasserfläche mit giftigen und krebserregenden Stoffen verseucht sind. Anschließend stellen die Gruppen sich ihre Ergebnisse vor.

Nachhaltigkeit ist ein Leitthema bei der Evangelischen Jugend seit 2011

„Der Austausch untereinander war gut“, sagt der 14-jährige Simon Grabowski, der den energieeffizienten Elektroshop entwickelt hat. „Ich habe gelernt, dass es viele günstige Mittel gibt, um Strom zu sparen.“

Nachhaltigkeit in verschiedenen Lebensbereichen sei laut Othmer seit Jahren ein Leitthema der Evangelischen Jugend Dortmund, und das nicht nur theoretisch, sondern vor allem auch praktisch: „Uns ist es nicht nur wichtig, dass die Jugendlichen in unserer Ausstellung etwas lernen“, sagt er. „Sie sollen das dann auch im Alltag umsetzen.“

Nächste Haltestellen der Ausstellung:
Die Ausstellung kommt nach Lütgendortmund ins Gemeindezentrum der Christus-Gemeinde, Provinzialstraße 410, vorläufig vom 23. Mai bis 11. Juni und im September bis Ende Oktober nach Eving in die Segenskirchengemeinde, Gretelweg 3.

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