So spektakulär ist die Elbphilharmonie

Neues Konzerthaus in Hamburg

Die Geschichte der Elbphilharmonie gleicht der einer Oper, die zwischenzeitlich eine Tragödie war: Auf den ersten Überschwang folgten immer wieder neue Skandale. Am 11. Januar endet die Geschichte des neuen Hamburger Wahrzeichens mit der Eröffnungsgala mit einem Happy End.

HAMBURG

, 03.01.2017 / Lesedauer: 3 min

Es ist eine feine Adresse und in einer Woche eine der besten Adressen für klassische Musik in der Welt: Platz der Deutschen Einheit - spektakulär gelegen auf einer Landzunge am Eingang der Hafencity, an drei Seiten vom Wasser umgeben.

In den Musikhimmel

Eine 82 Meter lange, gebogene Rolltreppe führt in den Musikhimmel. Zweieinhalb Minuten dauert die Fahrt, die die Besucher vom Eingang knapp 22 Meter höher in die achte Etage bringt. Weiter geht es auf einer Rampe aus roten Backsteinen auf die Plaza und in die Foyers.

Backstein aus dem Münsterland

Der Backstein, der nach dem Vorbild der Kaispeicher-Ziegel im kleinen Städtchen Gescher, zwischen Coesfeld und Borken im Münsterland, gebrannt worden ist, findet sich im ganzen Haus, auch auf der Bühne. Und auf jedem zehnten Ziegel können die Besucher das Wahrzeichen von Gescher sehen: eine Glocke. Auch das macht die "Elphi", wie das Haus von einigen Hamburgern liebevoll genannt wird, einzigartig.

Einzigartig sind auch die Fenstervorhänge in der Plaza, die von einem Balkon umgeben ist. Wer auf diesem öffentlichen Aussichtsturm seinen Pausensekt trinkt, hat einen Panoramablick über den Hafen. Von der Plaza geht es in den Hotelbereich, in die Appartements oder in die Foyers des Konzertsaals.

37 Meter über dem Meer

37 Meter über dem Meeresspiegel führt eine breite, großzügig geschwungene Treppe in den Konzertsaal, der mit seinen terrassenförmigen Sitzreihen an die Berliner Philharmonie erinnert. Entscheidend für den guten Klang sind der große Reflektor unter der Decke und die "weiße Haut", die Innenverkleidung des Saals, die aus Tausenden individuell gefrästen Gipsfaserplatten besteht, die den Klang optimal reflektieren sollen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Die neue Elbphilharmonie Hamburg

Hamburg hat ein neues, aber auch teures Wahrzeichen: Nach zehn Jahren Bauzeit ist die Elbphilharmonie im Hafen vollendet. Impressionen eines Jahrhundertbaus.
04.11.2016
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Die Elbphilharmonie liegt im Hamburger Stadthafen und ist an drei Seiten von Wasser umgeben.© Foto: dpa
Die Plaza mit Treppenaufgang zum Großen Saal (r) und gebogenen "Glasvorhängen" zur Außenplaza.
© Foto: dpa
Der Eingangsbereich vor dem Kleinen Saal in der Elbphilharmonie.© Foto: dpa
Der Reflektor über der Bühne im Großen Saal sorgt für die gute Akustik.© Foto: dpa
Der Aufgang zur Freifläche der Plaza in der Elbphilharmonie ist großzügig.© Foto: dpa
Spannende Architektur: Die Treppen im Foyer um den Großen Saal.© Foto: dpa
Die Außenplaza der Elbphilharmonie in Hamburg mit Blick auf die Hafencity und die Speicherstadt.© Foto: dpa
Die Außenplaza ist öffentlich zugänglich.© Foto: dpa
Der Aufgang zur Freifläche der Plaza in der Elbphilharmonie.© Foto: dpa
Die Plaza mit Treppenaufgang zum Großen Saal (r) und gebogenen "Glasvorhängen".© Foto: dpa
Während der Bauphase waren die Lampen in Tüten geschützt.© Foto: dpa
Der Eingangsbereich zur Elbphilharmonie mit der 82 Meter langen Bogenrolltreppe.© Foto: dpa
Ein Teil der Akustik-Innenverkleidung, die sogenannte "Weiße Haut", im Großen Saal. Sie besteht aus gefrästen Gipsfaserplatten.© Foto: dpa
Treppen im Foyer um den Großen Saal.© Foto: dpa
Großzügig ist der Innenausbau für die 2100 Konzertbesucher gestaltet.© Foto: dpa
Kein Platz im großen Saal ist weiter als 30 Meter vom Dirigenten entfernt. Die Orgel hat die Firma Klais in Bonn gebaut, von der auch das Instrument im Konzerthaus Dortmund stammt.© Foto: dpa
Die Piktogramme im Foyer der Elbphilharmonie in Hamburg sind elegant.© Foto: dpa
Ein Teil der Akustik-Innenverkleidung, die sogenannte "Weiße Haut", im Große Saal.. Für die Akustik ist der Japaner Yasuhisa Toyota verantwortlich.

in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 04.11.2016 bei einem Presserundgang. Die Elbphilharmonie in Hamburg ist fertig - rund neuneinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung. Mit einem Festakt am Freitag übergibt der Baukonzern Hochtief das Konzerthaus an die Stadt. Ab dem 5. November wird die Plaza, die zentrale Aussichtsplattform zwischen dem historischen Backsteinsockel und dem gläsernen Neubau der Elbphilharmonie, für jedermann zugänglich sein. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |© Foto: dpa
Blick aus der Künstlergarderobe der Orchester-Geiger.© Foto: dpa
So sieht es im Backstagebereich aus.weltweit© Foto: dpa
Aus den Fenstern des Hauses sieht man die Container- und Kreuzfahrtschiffe.© Foto: dpa
Blick in eine Panoramasuite im Hotel Westin.
© Foto: dpa
Liegestühle stehen vor der Sauna des Hotels in der Elbphilharmonie.© Foto: dpa
Der Swimmingpool im Elbspa-Bereich.© Foto: dpa
Die Elbphilharmonie liegt in der Nähe der U-Bahnhaltestelle "Baumwall".© Foto: dpa
Am 31. Oktober 2016 leuchtete die Schrift "FERTIG" an dem neuen Konzerthaus.© Foto: dpa
Blick von einem Balkon der Künstler-Cafeteria auf die Elbe, mit Hafen und Landungsbrücke.© Foto: dpa
Wo ist was? Ein Querschnitt durch das Haus.© Foto: dpa
Die oberste Kuppel des Großen Konzertsaals am 17.11.2011 auf der Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg.© Foto: dpa
Vor zehn Jahren begannen die Bauarbeiten an dem neuen Hamburger Wahrzeichen.© Foto: dpa
Die Motorjacht A des russischen Milliardärs Andrej Melnitschenko liegt am 29.08.2016 an der Überseebrücke im Hafen von Hamburg neben dem Museumsschiff Cap San Diego (l) und vor der Elbphilharmonie. © Foto: dpa
ARCHIV - Generalintendant Christoph Lieben-Seutter posiert am 16.09.2016 am Orgelspieltisch auf der Bühne im Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Blick in Richtung Elbe und Hafen von einem Balkon der Künstlerkantine in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 04.11.2016 bei einem Presserundgang. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Der Dirigent Thomas Hengelbrock steht am 16.08.2016 bei Sonnenschein vor der Elbphilharmonie in Hamburg. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Die Architekten Jacques Herzog (r) und Pierre de Meuron unterhalten sich am 04.11.2016 in Hamburg bei einer Pressekonferenz im Großen Saal der Elbphilharmonie vor dem Festakt zur Eröffnung der Plaza der Elbphilharmonie. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Die Plaza mit Treppenaufgang zum Großen Saal in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 01.11.2016 bei einem Presserundgang. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Ein Teil der Akustik-Innenverkleidung, die sogenannte «Weiße Haut», im Große Saal in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 04.11.2016 bei einem Presserundgang. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Die Plaza mit Treppenaufgang zum Großen Saal (r) und gebogenen «Glasvorhängen» zur Aussenplaza in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 01.11.2016 bei einem Presserundgang. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden. (zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
ARCHIV - Die Plaza mit Treppenaufgang zum Großen Saal in der Elbphilharmonie in Hamburg, aufgenommen am 01.11.2016 bei einem Presserundgang. Am 11. Januar 2017 soll die Elbphilharmonie eröffnet werden.(zu dpa «Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen» vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
Die Fassade der Elbphilharmonie in der Skyline der Hafencity wird am 02.12.2016 in Hamburg von der aufgehenden Sonne beleuchtet. Am 11. Januar 2017 soll das Konzerthaus in der Hafencity eröffnet werden. (zu dpa "Die Elbphilharmonie - Vom Skandalprojekt zum neuen Wahrzeichen" vom 05.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit© Foto: dpa
Die Fassade der Elbphilharmonie mit dem wellenförmigen Dach.© Foto: dpa
Die Fassade besteht aus Glaselementen.© Foto: dpa
Fenstervorhänge trennen die Außenplaza vom Foyer.© Foto: dpa
Der Bereich unter der Außenplaza besteht aus roten Ziegeln, die im Münsterland gebrannt worden sind.© Foto: dpa
Die Außenplaza ist schon jetzt ein Besuchermagnet.© Foto: dpa
110 Meter hoch ist die Elbphilharmonie. Sie liegt am Platz der Deutschen Einheit.© Foto: dpa
Mit ihren großen Ausbuchtungen erinnern die Scheiben an riesige Stimmgabeln.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Die Elbphilharmonie ist an einem historisch bedeutsamen Ort beheimatet: im Sandtorhafen.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Die Plaza ist die Nahtstelle zwischen dem traditionsreichen Hafenspeicher und dem gläsernen Neubau der Elbphilharmonie.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Auf 37 Metern Höhe bietet die öffentliche Aussichtsplattform einen Rundumblick auf die Stadt.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Die Plaza ist ab sofort für jedermann zugänglich.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Da die Kapazität begrenzt ist, wird der Besuch über die Ausgabe von Plaza-Tickets geregelt.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Die über viele Etagen reichenden Treppenfoyers des Großen Saals spiegeln das architektonische Konzept des Hauses wider.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Mit viel Raum sind sie um den Konzertsaal herum angelegt, sodass sich beeindruckende Lichteffekte und besondere Ein- und Ausblicke für den Besucher ergeben.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Entworfen wurde das Haus von dem Architekturbüro Herzog & de Meuron.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Im Großen Saal kommen sich Musiker und Publikum außergewöhnlich nah.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Von der Dachterrasse aus haben Besucher einen fantastischen Blick über die Hansestadt.© Iwan Baan/Elbphilharmonie
Durch die Weinberg-Architektur sitzt kein Zuschauer weiter als 30 Meter vom Dirigenten entfernt.© Michael Zapf/Elbphilharmonie
Das Parkhaus folgt der Architektur des gesamten Hauses in seinem Design.© Michael Zapf/Elbphilharmonie
Vom Eingangsbereich des Gebäudes an der Ostseite führt eine 82 Meter lange, gebogene Rolltreppe aufwärts durch den Speicher. Die Fahrt durch die sogenannte Tube führt die Besucher direkt zum Panoramafenster im 6. Obergeschoss, das den Blick auf den Hafen freigibt.© Michael Zapf/Elbphilharmonie

Aus Schallschutzgründen wurde der 12500 Tonnen schwere Saal komplett vom restlichen Gebäude entkoppelt und ruht auf 362 Stahlfederpaketen.

Das genaue Programm bleibt geheim

Am 11. Januar werden wir in Werken von Rihm, Beethoven, Cavalieri, Liebermann, Messiaen, Praetorius, Wagner und Zimmermann hören, ob der Akustiker Yasuhisa Toyota aus Japan einen genauso guten Job gemacht hat wie die Architekten. Das genaue Programm bleibt bis zum 11.1. geheim. Kaufen konnte man keine Karte für die beiden ersten Konzerte, aber 1000 Karten wurden unter 200000 Bewerbern verlost. Spätestens nach dem dreiwöchigen Eröffnungsfestival gehört das Haus dann allen Klassik-Freunden.

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Hamburg ist mit der Elbphilharmonie auch das Tor zur Klassikwelt und war immer schon eine Musikstadt. Telemann, Händel, Carl Philipp Emanuel Bach, Felix und Fanny Mendelssohn, Brahms, Mahler, Ligeti, Schnittke, Sofia Gubaidulina - sie alle waren mal Hamburger und hätten von so einem Haus für ihre Musik geträumt.

Ein Traum wird wahr

Christoph Lieben-Seutter ist seit 2007 Intendant der Elbphilharmonie, hat immer wieder neue Eröffnungsspielpläne zusammengestellt; den ersten für 2010. Der Vertrag des 52-jährigen Österreichers läuft bis 2021. Seit zehn Jahren sieht er neben seinem neuen Haus die Traumschiffe schippern - am nächsten Mittwoch wird für ihn und die Klassikfreunde endlich ein Traum wahr.