Söder nach dem Corona-Gipfel: „Es handelt sich um eine komplett neue Pandemie“

Coronavirus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht aufgrund der Mutationen von einer „komplett neuen Pandemie“. Außerdem übt er scharfe Kritik am Kommunikationsmanagement des Bundes.

München

23.03.2021, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht aufgrund der Mutationen von einer „komplett neuen Pandemie“.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht aufgrund der Mutationen von einer „komplett neuen Pandemie“. © picture alliance/dpa/dpa/Pool

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nachdrücklich vor den mutierten Varianten des Coronavirus gewarnt. „Es gibt sehr viele, die die jetzige Mutationsgefahr unterschätzen“, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. „Im Grunde handelt es sich um eine komplett neue Pandemie.“

Über dem ganzen Land liege eine „dunkle und schwere Wolke“, betonte der CSU-Chef. Die Stimmung beschrieb er „so wie das Wetter: leicht depressiv“. Es gebe keine Möglichkeit, der Situation auszuweichen. „Wir müssen der Tatsache ins Auge schauen, dass wir einen dritte Welle haben.“

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Massive Kritik übte Söder am Kommunikationsmanagement des Bundes. „Insbesondere bei Mallorca“, betonte er. Die Bürger fragten sich zurecht, wieso Urlaub auf Mallorca erlaubt sei, nicht aber im bayerischen Wald. „Gebiete über Nacht nicht mehr zum Risikogebiet zu erklären, muss vorher abgestimmt werden“, mahnte Söder. „Diese Hoppla-Hopp-Entscheidungen sind schwer verständlich und stellen viele der gesamten Corona-Maßnahmen in ihrer Legitimationswirkung in Frage.“

Söder plädiert für „mehr Transparenz“

Auch er sehne sich nach einem Urlaub, aber das sei momentan nicht möglich. „So sehr ich Bayern liebe, es ist Zeit, in die Sonne zu fahren“, erzählte der CSU-Chef. „In Italien oder anderswo am Strand oder am Gardasee zu sitzen, wäre ein Traum. Es macht aber keinen Sinn. Wir müssen schauen, dass wir im Land alles zusammenhalten.“

Vor diesem Hintergrund kritisierte Söder ebenfalls die Entscheidungsprozesse auf Bund-Länder-Ebene. Man müsse „daran arbeiten, prozessuale Dinge zu verändern“, sagte er. „Wenn wir wesentliche Entscheidungen zwischen ein und drei Uhr in der Nacht fällen, birgt das die Gefahr, dass nicht alle Details geklärt werden und die Kommunikation schwieriger wird.“ Er plädierte für „mehr Transparenz“ und warf die Forderung in den Raum, entsprechende Beratungen künftig „besser gleich öffentlich“ durchzuführen.

Knapp zwölf Stunden lang hatten Bund und Länder am Montag über die neuen Corona-Regeln verhandelt - inklusive einer etwa vierstündigen Unterbrechung. Sie beschlossen die Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April. Von Anfang des Monats bis nach Ostern (1. bis 5. April) sollen in Deutschland fast alle Geschäfte geschlossen bleiben.

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