Sölderholz: Kunstrasen-Fußball ab 2010

SÖLDERHOLZ Wer gegen den Neubau eines Einkaufszentrums an der Bergeshöh ist und damit auch eine neue Kunstrasenanlage an der Römerstraße verhindern will, muss gegen Windmühlen kämpfen. Denn die Pläne für beide Projekte sind weit fortgeschritten: Der Kunstrasenplatz kann schon 2010 bespielbar sein.

von Von Peter Bandermann

, 05.01.2009, 22:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die schätzen den Sportplatz an der Bergeshöh als Treffpunkt für Kinder- und Jugendliche in der Dorfmitte und befürchten Lärmbelästigungen durch das neue "Einkaufsparadies", für das, so ein Kritiker, überhaupt keine Nachfrage vorhanden sei. Ullrich Sierau bewertet das "Nachfrage"-Thema anders: Der Handel im Ort binde weniger als 50 Prozent der Kaufkraft des Stadtteils, weil die Lichtendorfer "zum Einkaufen wegfahren" würden. Von einem neuen Nahversorgerzentrum würde deshalb auch der bereits bestehende Handel profitieren. Wie auch der Sportverein in Sölderholz. "Wir haben 14 Jugendmannschaften, zwei Kabinen und nur eine Dusche", begründete der SF-Jugendleiter in der Diskussion die bereits 2007 getretene Flanke in die Kommunalpolitik, die seitdem mit der Stadt und dem Investor die Neubau- und Umzugspläne schmiedet.

  • ein Vollsortimenter auf 1200 Quadratmetern
  • ein Discounter auf 800 Quadratmetern
  • ein Getränkehandel auf 400 Quadratmetern
  • 110 Parkplätze

Das Projekt so zu realisieren sei wichtig für den Ortsteil, weil die Supermarktketten größere Verkaufsflächen bevorzugen. Würden die Stadt und die Politik nicht handeln, drohe Lichtendorf, was in anderen Dortmunder Stadtteilen bereits Fakt sei: die Schließung eines vorhandenen Supermarktes, dessen Ertrag nicht mehr den wirtschaftlichen Zielen der Unternehmen entspreche. Sierau: "Die Nahversorgung ist dann nicht mehr gewährleistet - dem müssen wir vorbeugen."

Kritiker hielten dagegen: Allein kommerzielle Interessen stünden im Vordergrund, der Sportplatz an der Römerstraße sei nicht so gut erreichbar wie die Ascheanlage an der Bergeshöh, das Einkaufszentrum belaste die Anwohner mit "Dauerlärm" und die Kanalisation sei dafür auch nicht ausgelegt. Ebenfalls ungelöst: Das Verkehrsproblem auf der Lichtendorfer Straße. Sierau garantierte präzise Planungsarbeit bei der Stadt, gegen die eine Klage aussichtslos sei.Der SF Sölderholz hat indes andere Sorgen als die Nachbarn des Einkaufszentrums. "Was ist mit der Flutlichtanlage? Die haben wir in Eigenleistung finanziert und errichtet", wollte eine langjähriges Vereinsmitglied wissen. Auch da kannte Sierau die Antwort: "Die werden Sie mitnehmen und wieder aufbauen müssen." Eine Unterschrift hat der Investor mit dem unbekannten Namen unter all die Pläne noch nicht gesetzt. Aber er sei, so Sierau, "wild entschlossen." Zwei Gremien beraten und entscheiden noch:

  • Die Bezirksvertretung in Aplerbeck am 10. Februar 2009.
  • Der Ausschuss für Stadtentwicklung am 11. Februar 2009.
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