Soldat soll seine Nichten missbraucht haben

Prozessbeginn in Bochum

Mehr als 25 Jahre nach seiner Bundeswehrzeit steht ein Mann (47) aus Hagen seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Er soll sich damals bei Wochenendbesuchen in Recklinghausen an seinen zwei Nichten (5 und 8 Jahre) vergangen haben. „Ich war das nicht“, beteuerte der Angeklagte zum Auftakt.

BOCHUM

01.03.2016, 17:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Soldat soll seine Nichten missbraucht haben

Ein ehemaliger Soldat muss sich vor Gericht Missbrauchsvorwürfen stellen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen mindestens drei schwere sexuelle Übergriffe vor. Tatort soll das Wohnhaus der Familie der Nichten am Westerholter Weg gewesen sein. Laut Anklage war das eine Mädchen zwischen fünf und sieben Jahre alt, als es von ihrem Onkel im Keller missbraucht wurde. Die andere Nichte soll sogar zweimal zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein. Einmal im Kinderzimmer, wo ihr damals knapp über 20 Jahre alter Onkel bei „Doktorspielen“ über sie hergefallen sein soll. Beim zweiten Mal soll der Übergriff im Garten an einem Baum passiert sein.

"Vielleicht war es wegen des Geldes"

Die Anklage beruht auf den Anzeigen der inzwischen 32 und 34 Jahre alten Nichten. Eine hatte sich erstmals bereits 2004 mit Missbrauchs-Anschuldigungen an die Polizei gewendet, in letzter Konsequenz dann aber doch keine weiteren Aussagen mehr gemacht. Im Oktober 2014 wurden die Vorwürfe dann noch einmal erneuert. Warum, kann sich der Onkel angeblich nicht erklären. Der 47-Jährige: „Ich weiß es wirklich nicht. Vielleicht war es am Ende wegen des Geldes.“

Der Angeklagte bestätigte zwar, dass er während des Grundwehrdienstes Ende der 1980er-Jahre in Holzminden regelmäßig an den Wochenenden zur Familie seiner Schwester nach Recklinghausen gefahren sei. Seine Nichten will er aber bei den Übernachtungsbesuchen nicht ein einziges Mal unsittlich angefasst haben. Im Gegenteil. Aus Angst vor seinen enormen Kräften („Ich habe beim Bund auch schon mal einfach so einen umgehauen“), will er sich damals angeblich ganz bewusst von den Kindern ferngehalten haben. Der Prozess am Bochumer Landgericht wird fortgesetzt.