Solidarität für den Jugendtreff

HÖCHSTEN Nach der Kontroverse zwischen einem Bordell und dem Jugendtreff auf dem Höchsten ergriffen am Freitagabend Eltern, Kinder, Jugendliche und Nachbarn das Wort. Der Jugendtreff wurde von einer Welle der Solidarität erfasst. Politik und Jugendamt sicherten maximale Unterstützung zu.

von Von Peter Bandermann

, 08.02.2008, 22:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass Georg Obst seine Ruhe behält, dafür wollen Bezirksbürgermeister Manfred Renno, der Kinder- und Jugendausschussvorsitzende Friedhelm Sohn, Jugendamtsleiter Uli Bösebeck und seine Fachreferentin Elisabeth Hoppe persönlich sorgen. Eine andere Wahl haben sie auch nicht. Denn die Entrüstung, die der Streit zwischen einem Bordellbetreiber und dem „Youngster Point“ an der Wittbräucker Straße ausgelöst hatte, war am Freitagabend deutlich spürbar.

Dass Georg Obst seine Ruhe behält, dafür wollen Bezirksbürgermeister Manfred Renno, der Kinder- und Jugendausschussvorsitzende Friedhelm Sohn, Jugendamtsleiter Uli Bösebeck und seine Fachreferentin Elisabeth Hoppe persönlich sorgen. Eine andere Wahl haben sie auch nicht. Denn die Entrüstung, die der Streit zwischen einem Bordellbetreiber und dem „Youngster Point“ an der Wittbräucker Straße ausgelöst hatte, war am Freitagabend deutlich spürbar.

Renno wiederholte, was die Ruhr Nachrichten am Freitagmorgen bereits berichtet hatten:

-         Der Youngster Point soll kurzfristig für zunächst maximal 50 Besucher wieder öffnen.

-         Das Jugendamt mietet den Youngster Point an und steigt offiziell in die Jugendarbeit ein.

-         Die Stadt Dortmund gewährleistet den Brandschutz und sorgt für Fluchtwege.

-         Das Jugendamt ist Gesprächspartner für den Bordellbetreiber - nicht die Elterninitiative.

„Wir sehen gelassen in die Zukunft“, so der Bezirksbürgermeister, der mit seinen Zusagen die Latte so hoch aufgelegt hatte, dass eine Mutter seine Worte schriftlich haben wollte. Jugendamtsleiter Uli Bösebeck sicherte den Eltern und Jugendlichen größtmögliche Freiheit ein. „Ich komme selbst aus der ehrenamtlichen Jugendarbeit und weiß: eine Jugendverwaltung wäre schlecht beraten, wenn sie auf so vorbildliches ehrenamtliches Engagement wie auf dem Höchsten verzichten würde“, versuchte er die Skepsis einer YP-Jugendleiterin und einer Mutter zu zerstreuen. „Sie zu beteiligen ist sogar gesetzlich vorgeschrieben.“

„Fest steht: das Amt will dem Jugendtreff nicht dazwischenfunken und dort auch nicht inhaltlich reglementieren, sondern die richtigen Rahmenbedingungen „für einen ständig notwendigen Treffpunkt in diesem Quartier“ schaffen. Der Kinder- und Jugendausschuss-Vorsitzende Friedhelm Sohn betonte, dass die Parteien sich in dieser Frage einig seien.

„Wir machen uns hier nicht abhängig von einem Bordell“, entgegnete Hördes Bezirksbürgermeister Manfred Renno einem Zwischenruf, mit dem der FKK-Club-Inhaber als „der König vom Höchsten“ tituliert wurde. „Er will sein Reich für sich alleine haben“, stellte auch YP-Jugendleiter Achim Schriek fest.

Deutlich wurde auch, dass die Erdgeschoss-Räume nicht nur ein Treffpunkt für die Höchstener Vereine sind: Der TuS Borussia Höchsten, der Schützenverein, ein Spielmannszug und vor allem einen langsam gewachsene Musikszene aus drei Generationen nutzt den „YP“ als Treffpunkt. „Das hier läuft aus Sicht der Polizei sehr vorteilhaft“, kommentierte der Polizeibezirksbeamte Ralf Schneider die Jugendarbeit.

Fragwürdig ist aus Sicht der Elterninitiative die Rolle des Ordnungsamts, das den Bordellbetrieb als „vorbidlich geführt“ bezeichnet hatte und den Jugendtreff u. a. mit einer Gaststättenkonzession das Leben schwer mache. Elisabeth Hoppe vom Jugendamt lenkte ein: „Diese Fragen müssen Sie nicht mehr klären. Das regeln wir jetzt von amt zu Amt.“

Den vielen Jugendlichen liegt vor allem eines am Herzen: Sie wollen den YP so weiter nutzen können, wie sie ihn ausgebaut haben: zu einem Konzert- und Probenraum für Nachwuchsbands, die sich der Unterstützung engagierter Eltern sicher sein können, die günstig die sonst teure Veranstaltungstechnik besorgen können.

Sichtlich erleichtert reagierte der Jugendtreffleiter Christian Peltzer: „Ich bin froh, dass wir weiter machen können.“

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