Sommer will Recht auf Schulgebet durchsetzen

DÜSSELDORF Beten dürfen soll jeder Schüler, beten müssen keiner: NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hat für Dienstag ein Spitzentreffen mit Kirchenvertretern anberaumt. Gelöst werden soll ein Streit ums Schulgebet, ausgelöst von einer Neusser Schule. Dort hatte sich eine Mutter mit ihrem Wunsch durchgesetzt - und das Gebet verbieten lassen.

von Von Michael Fritsch

, 02.02.2009, 17:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sommer will Recht auf Schulgebet durchsetzen

Natürlich, so Sommer, dürfe kein Kind gegen seinen Willen oder den seiner Eltern zur Teilnahme am Schulgebet gezwungen werden. In einem solchen Fall aber „hat die Schule dafür Sorge zu tragen, dass dieser Schüler dem Gebet in zumutbarer Weise ausweichen kann.“ Sommer reagierte mit dieser Klarstellung auf einen Vorgang an einer Grundschule in Korschenbroich (Kreis Neuss), wo eine Mutter bei dem dortigen Schulamt durchgesetzt hatte, dass das bis dahin praktizierte morgendliche Gebet in der Klasse ihres Kindes untersagt wurde. Dieses Verbot hatte bei zahlreichen anderen Eltern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Zumal es sich bei dem Gebet („Von guten Mächten wunderbar geborgen“) gleichzeitig um ein einzigartiges historisches Dokument christlichen Trostes und christlicher Zuversicht aus der Feder des seinerzeit inhaftierten evangelischen Theologen und NS-Gegners Dietrich Bonhoeffer handelt, der kurz vor Kriegsende 1945 hingerichtet wurde.