Sommerflaute am Arbeitsmarkt

WITTEN Der Sommer ist schuld: Trotz der weiterhin robusten Konjunktur auf dem heimischen Arbeitsmarkt stieg die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Dezember letzten Jahres wieder an.

31.07.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ende Juli waren in Witten 5021 Männer und Frauen arbeitslos. Zum Vergleich: Nur 4931 waren Ende Juni auf Jobsuche.

So ist die aktuelle Arbeitslosenquote wieder auf 10,1 Prozent geklettert. Im Mai hatte sie schon bei dem deutlich freundlicheren Wert von 9,7 Prozent gelegen.

Auch im gesamten Bezirk der Arbeitsagentur, der den EN-Kreis und Hagen umfasst, ist die Quote wieder um 0,2 Punkte gestiegen und liegt bei 9,7 Prozent. "Die aktuelle Entwicklung hat rein saisonale Gründe und kommt nicht unerwartet," kommentierte gestern Winfried Herbold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Hagen.

Viele junge Leute hätten jetzt ihre Ausbildung beendet und noch nicht sofort eine Anstellung gefunden. 150 junge Wittener unter 20 suchen derzeit eine Stelle. "Häufig", so ist Herbolds Erfahrung, "stellen die Unternehmen auch erst nach der Sommerpause wieder neue Kräfte ein."

Nach wie vor blieb der Vorjahresvergleich erfreulich: Ende Juli sind in diesem Jahr 838 Wittener weniger arbeitslos als im Vorjahr. Damals lag die Quote bei 12 Prozent.

Schwerer Stand

Schwer haben es nach wie vor die Langzeitarbeitslosen, die von der Job-Agentur des EN-Kreise betreut werden. Alle Kommunen der Hagener Arbeitsagentur meldeten in diesem Bereich steigende Zahlen. Von den 5021 Wittener Arbeitslosen sind 3800 Hartz-IV-Empfänger, davon ca. 2375 Langzeitarbeitslose. In Witten ging die Zahl der von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen trotz des Sommerlochs im Juli sogar leicht zurück auf 1221.

Obwohl sich die Zahl der jungen Arbeitslosen wegen des Ausbildungsendes verringert hat, bewegt sich die Jugendarbeitslosigkeit auf einem deutlich niedrigeren Niveau als vor zwölf Monaten. Damals waren noch 29 junge Wittener mehr - also 179 - ohne Perspektive.