Sommernacht der Oper hatte eine tolle Atmosphäre

Cityring-Konzerte

30 Grad, eine laue Sommernacht: Bei den ersten Cityring-Konzerten der Dortmunder Philharmoniker herrschte 2016 mediterrane Stimmung auf dem Dortmunder Friedensplatz. Die zweite Auflage des dreitägigen Festes war eine Bewährungsprobe, ob das Konzept auch bei schlechterem Wetter trägt: 10 Grad kühl, aber trocken war es am Freitag bei der „Sommernacht der Oper“. Und trotzdem waren 2207 Besucher begeistert.

DORTMUND

, 02.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Sommernacht der Oper hatte eine tolle Atmosphäre

Solisten der Dortmunder Oper und die Dortmunder Philharmoniker unter Leitung von Gabriel Feltz gaben der Operngala eine tolle Atmosphäre. Bei manchen Kleidern der Solisten fröstelte es bei den kühlen Temperaturen die Zuschauer im Publikum.

„Dortmund ist die wahre Arena di Verona“, schwärmte Generalmusikdirektor Gabriel Feltz nach dem tollen Auftakt. Die Operngala war eine musikalische Reise durch die Nacht – vom Mondaufgang in Dvoráks „Rusalka“ bis zur Morgendämmerung in Puccinis „Tosca“.

Das vorzügliche Sängerensemble der Dortmunder Oper machte den Abend zur Galavorstellung, allen voran Emily Newton, die Dvoráks Lied an den Mond im Weltklasseformat sang – eine Nixe mit großem Sopran und Riesenausdruck.

Sternenstimme einer Sopranistin

Auch zauberhaft, wie zart Sopranistin Ashley Thouret die Spitzentöne in der Gilda-Arie aus Verdis „Rigoletto“ wie Sterne in den Abendhimmel schickte.

Und Eleonore Marguerre war als Norma in der „Casta Diva“-Arie mit der fragilen Beweglichkeit einer Traviata eine Klasse für sich.

Neuer Publikumsliebling

Der erstklassigen Sopranriege lief ein Tenor den Rang ab. Mit dem neuen Ensemblemitglied Thomas Paul hat Dortmund einen neuen Publikumsliebling, einen starken Verdi- und Puccini-Tenor, der im „Nessun Dorma“ zu Höchstform mit Pavarotti-Stimmgewalt auflief.

Schön zusammengestellt hatte Feltz das Programm, dessen Zentrum die geheimnisvolle Wolfsschluchtszene aus Webers „Freischütz“ war. Großartig war da Bayreuth-Sänger Karl-Heinz Lehner (mit Thomas Paul als Max und Hannes Brock als unsichtbarem Samiel). Bayreuth-Format zeigte auch Sangmin Lee im „Abendstern“ aus dem „Tannhäuser“.

Viel Enthusiasmus bei Orchester und Chor

Klar klingen die Philharmoniker am Ende einer Saison anders als ganz am Anfang und trotz der guten Technik unverstärkt im Konzerthaus besser als in einem Opern-Air-Konzert. Aber der Enthusiasmus, den die Musiker und auch der Opernchor bei den kühlen Temperaturen zeigten, beeindruckte.

Und Effekte wie die der Glocken im „Freischütz“ oder Bläser in „Turandot“, die aus weiter Entfernung vom Rathaus-Balkon gespielt wurden, sind eben nur bei einer Freiluftgala so eindrucksvoll.

Arena-Stimmung auf dem Platz

Mit dem „Blumenduett“ aus Delibes „Lakmé“ (toll gesungen von Eleoneore Marguerre und Mezzosopranistin Ileana Mateescu) und dem „Brindisi“ aus der „Traviata“ als Zugaben hatten Solisten und Orchester endgültig Arena-Stimmung auf den Platz gebracht.

„Wir werden es schaffen, dass die Dortmunder Philharmoniker mit den Cityring-Konzerten eine Tradition begründen. Und wir werden uns von nichts davon abhalten lassen“, sagte Gabriel Feltz nach dem Konzert.

Mit dem Cityring-Vorsitzenden Dirk Rutenhofer und dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat er wohl Unterstützer, die sich begeistert den Ovationen im Stehen anschlossen.

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