Sonderausgabe der „monopol" widmet sich dem Ruhrgebiet

Große Namen

In der gemütlichen Atmosphäre der Bochumer Rotunde feierte das Berliner Kunstmagazin „monopol“ am vergangenen Mittwoch die Veröffentlichung einer Sonderausgabe zur Kultur im Ruhrgebiet. Nach einer Ausgabe für Berlin ist dies nun das zweite Sonderheft, das sich mit der Kulturszene einer Region beschäftigt.

BOCHUM

von von Benjamin Hahn

, 24.01.2013, 15:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Ruhrpott-Sonderausgabe des Kulturführers »monopol«wurde am Mittwoch in der Rotunde vorgestellt.

Eine Ruhrpott-Sonderausgabe des Kulturführers »monopol«wurde am Mittwoch in der Rotunde vorgestellt.

Das gelingt der mit über 180 Seiten recht umfangreichen Sonderausgabe auch ganz gut. Die Texte sind informativ, die Themenwahl abwechslungsreich und die zahlreichen Fotos sehr ansprechend. Und doch kann das Heft leider nicht vollständig überzeugen. Ein Grund dafür liegt in der Beschränkung auf große Namen, die fast schon klischeehaft für Kultur im Ruhrgebiet stehen. Statt sich eines weniger bekannten Künstlers wie z.B. Herman Prigann anzunehmen, findet sich im Heft ein Artikel über Richard Serra. Der ist zwar durchaus lesenswert, aber ebenso typisch für den Blick von außen auf das Ruhrgebiet wie die Fotoschau der Landschaftskunst rund um die Emscher und auf den Halden. Was fehlt, das ist eine Beschäftigung mit der unabhängigen Kulturszene.

Theater wie das Rottstr5 werden zwar kurz erwähnt, aber ein paar Seiten weiter geht es doch nur wieder um bekannte Größen wie Werner Nekes oder die Gründungsgeschichte des Folkwangmuseums. Unerwähnt bleiben die vielen kleinen Initiativen wie das Fidena-Festival oder das studentische Videofestival – dabei sorgen gerade sie dafür, dass die Kultur im Ruhrgebiet lebendig bleibt und Nachwuchs heranwächst. So verpasst die Sonderausgabe leider die Chance, den Lesern eine Welt außerhalb der arrivierten Kulturelite zu präsentieren. Schade, denn das ist nur die halbe Wahrheit über die Kultur im Pott.