Sorge um Nahversorgung in Sölderholz

Einzelhandel

Der Rewe-Markt schließt Mitte Dezember, der Neubau des Edekas verzögert sich vermutlich, und auch das geplante Einkaufszentrum auf dem Sportplatz in Sölderholz muss erst noch von den politischen Gremien abgesegnet werden. Jetzt haben die Bürger vor Ort Angst um ihre Grundversorgung.

LICHTENDORF/SÖLDERHOLZ

von Jörg Bauerfeld

, 13.11.2012, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sorge um Nahversorgung in Sölderholz

Anwohner in Sölderholz und Lichtendorf fürchten, dass der Einkaufskorb leer bleibt.

Die Nachrichten haben sich in den letzten Wochen förmlich überschlagen. Der Rewe-Markt an der Eichholzstraße macht noch im Dezember die Türen dicht, der Edeka-Neubau an der Nelkenstraße lässt auch sich warten, und das nun doch wieder geplante Einkaufszentrum auf dem Sportplatz in Sölderholz ist noch nicht von der Politik beschlossen. 

Die Bürger fürchten um ihre Versorgung in der Übergangszeit, wenn der Rewe seine Türen geschlossen hat und ein neuer Markt öffnet. Monate oder vielleicht Jahre könnten ins Land gehen. „Wo sollen wir dann einkaufen?“, fragt sich nicht nur Anita Schulte (80). Gut, in Sölderholz gibt es einen kleinen Bio-Laden, eine Metzgerei und einen Bäcker – das war’s dann aber. Vor allem die älteren Menschen haben nun Angst im Winter ohne Einkaufsmöglichkeit da zu stehen. „Bis einer der geplanten Supermärkte fertig ist, wird doch sicher noch einige Zeit vergehen“, sagt Daniela Müller. Die 42-Jährige ist zwar von der sich anbahnenden „Supermarktlosenzeit“ nicht betroffen, hängt sich aber für die älteren Mitbürger rein. Schon jetzt helfe man sich in der Nachbarschaft, führe Einkaufsfahrten durch.

Aber viele Sachen würden sich die älteren Bürger immer noch im Supermarkt in Sölderholz selber besorgen. „Wir halten doch alle zusammen. Und wir brauchen eine Lösung“, so Müller. Vielleicht könne die Politik ja helfen. Die hat das Problem auch schon im Blick. „Vielleicht ist es ja möglich, temporär eine Lösung zu finden“, sagt Bezirksbürgermeister Sascha Mader. „Wir müssen sehen, dass wir noch im November eine Entscheidung zu dem geplanten Einzelhandelszentrum bekommen und damit auch Planungssicherheit haben.“ Für die Damen, die sich in Anita Schultes Wohnzimmer versammelt haben, ist die Planung des neuen Einkaufszentrums eher sekundär. „Ach, da haben sie doch schon so lange von gesprochen. Ob das überhaupt was wird?“, fragt Irmgard Scheele (74). „Die sollen lieber schnell den Edeka an der Nelkenstraße fertig bauen“, wirft Brigitte Stieve ein. „Wir müssen doch noch irgendwo einkaufen können.“

Dabei scheint die Lösung nicht sehr fern – kilometermäßig. Die nächste Einkaufsmöglichkeit wäre in Sölde. Mit dem Bus auch gut zu erreichen. Nur kostet die Fahrt hin und zurück satte 4,80 Euro. Für manche Rentnerin ein nicht zu verachtender Betrag. Und nach Geisecke? Da fährt der Bus nur einmal die Stunde und auch hier muss das Fahrgeld beglichen werden. Und im Winter, wenn es glatt ist, ist auch nichts mit Busfahren. „Die kommen dann gar nicht den Berg hoch“, sagt Anita Schulte. Die fühlt sich, wie ihre Mitstreiterinnen, allein gelassen. Es ging doch allen nur um den Profit. An die alten Menschen würde keiner denken. Jetzt hofft man in Sölderholz und Lichtendorf auf die Politik – vielleicht gibt es von da eine Lösung.

Die Nahversorgung in Lichtendorf / Sölderholz wird auch Thema auf der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung in Aplerbeck am Dienstag (27. 11.) sein. Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 15 Uhr im Amtshaus am Marktplatz.

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