Sparkassen Bochum und Witten wollen Fusion

Keine Entlassungen

Die Vorstände der Sparkassen Bochum und Witten starten Sondierungsgespräche für eine mögliche Fusion. Dazu haben die Verwaltungsräte jetzt grünes Licht gegeben. Bis Januar kommenden Jahres wollen die Vorstände Ergebnisse vorlegen, denen dann konkrete Verhandlungen folgen sollen.

BOCHUM

, 22.09.2016, 06:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick von der Grabenstraße auf die Sparkasse. Links Baltz, rechts der Dr. Ruer-Platz.

Blick von der Grabenstraße auf die Sparkasse. Links Baltz, rechts der Dr. Ruer-Platz.

Die Vorstandsvorsitzenden Volker Goldmann (Bochum) und Ulrich Heinemann (Witten) formulieren den klaren Willen von Vorständen und Verwaltungsräten in einer Mitteilung: "In erster Linie sollen die Sparkassenkunden und -mitarbeiter sowie die Bürger und Unternehmen der Region von einer möglichen Fusion profitieren. Beide Sparkassen arbeiten erfolgreich am Markt und wollen rechtzeitig und vorausschauend Spielräume schaffen."

Die Vorstände nannten vor allem die "politisch gewollten" Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank als Herausforderung für Regionalbanken. "Hinzu kommen der zunehmende Wettbewerb um Firmen- und Privatkunden, Anforderungen an die technische Infrastruktur sowie die Digitalisierung und der demographische Wandel."

Synergie-Effekte

"Eine Fusion macht aus unserer Sicht sehr viel Sinn", erklärt deshalb auch Sparkassen-Verwaltungsratsmitglied Hermann Päuser in seiner Rolle als SPD-Ratsherr. Seiner Fraktion seien die Pläne vorgestellt worden, die auf eine Initiative der kleineren Sparkasse Witten hin entwickelt wurden. Er sieht Synergie-Effekte, die durch die Zusammenlegung möglich wären: "Die Wittener sind zum Beispiel bei der Betreuung des Mittelstandes sehr gut aufstellt. Sie hingegen können von Bochum profitieren, was die Nutzung neuer elektronischer Mittel angeht."

Ein starkes Argument für den CDU-Ratsherren Wolfgang Horneck, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats der Sparkasse, sind die neuen Eigenkapital-Regeln, die sich aus dem Banken-Abkommen Basel III ergeben: "Die Vergabe von Krediten muss jetzt stärker über Eigenkapitalreserven abgedeckt werden. Eine finanzstärkere Sparkasse hat deshalb bessere Möglichkeiten auf dem Markt."

14 Filialen in Witten

Die Wittener Sparkasse ist mit einer Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro und rund 440 Mitarbeitern rund ein Drittel so groß wie das Bochumer Institut. Nach einer Sparrunde, der auch Stellen zum Opfer fielen, unterhält sie noch 14 Filialen. "Mit der Fusion sollen weder Personalabbau noch die Schließung von Filialen einhergehen", betont Wolfgang Horneck.

Für die Kunden ändere sich praktisch nichts – außer, dass man im Servicebereich noch aufstocken könnte. "Heute gibt es höhere Anforderungen an die Beratung", sagt das Verwaltungsmitglied, passgenaue Finanzangebote seien gefordert. Wenn etwa durch Zusammenlegung der Personalverwaltungen oder EDV-Abteilungen Personal frei werde, sei denkbar, die Mitarbeiter in der Beratung einzusetzen und das Angebot damit aufzustocken.

Weitere Zusammenschlüsse

Auch SPD-Ratsherr Hermann Päuser betont, dass Stellenabbau nur auf höheren Verwaltungsebenen zu erwarten sei: "Der ein oder andere Vorstand wird wahrscheinlich nicht mehr benötigt." Und für die Zukunft gibt er eine Prognose: "Wahrscheinlich wird dieser Zusammenschluss regionaler Banken nicht der einzige bleiben."