Sparwille der Bürger reicht nicht für 51 Millionen Euro

Bürgerbefragung

166 Sparvorschläge standen im Internet zur Diskussion und Abstimmung. Am Montag hat die Stadt die Ergebnisse der Online-Befragung in Gänze veröffentlicht. Ohne Zweifel kann dieses Ergebnis nicht eins zu eins von der Politik übernommen werden, denn dann würde das Sparziel von mindestens 51 Millionen Euro verfehlt. Deutlich.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 07.02.2012, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Matthias Schröder hat sich um das Thema Bürgerbeteiligung beim Haushaltssicherungskonzept gekümmert.

Matthias Schröder hat sich um das Thema Bürgerbeteiligung beim Haushaltssicherungskonzept gekümmert.

Dennoch lässt sich an vielen Teilen der Auswertung erkennen, dass der Sparwille bei den Bürgern angekommen zu sein scheint. Sie lehnen aber – wie eine Mehrheit des Stadtrates – die viel zitierte Rasenmäher-Methode ab. Ein Beispiel: Die Stadtteil-Büchereien zu schließen stößt nicht auf Zustimmung. Die Öffnungszeiten dieser zu reduzieren wird dagegen von der Mehrheit unterstützt. Eines der Schwimmbäder zu schließen wollen nur wenige. Werbung im Schwimmbad ist dagegen das kleinere Übel und wird akzeptiert. „Interessant ist, dass es nur sehr wenige Unentschieden gibt“, sagt Matthias Schröder, Koordinator der Bürgerbefragung. Die Videoüberwachung im Kunstmuseum als Ersatz für den Wachdienst, die Reduzierung der Straßenbeleuchtung in der Nacht oder die Zusammenlegung der einzelnen Stellen des Straßenverkehrsamt sind fast die einzigen Beispiele. Die Politik, die sich bislang nur sehr zurückhaltend zum Sparpaket geäußert hat, wird sich nun entscheiden müssen, wo sie dem Wunsch der Bürger folgt und wo nicht. Letzteres muss argumentativ untermauert werden.