SPD-Kritik an Forsa-Umfrage: «Unseriös»

Brandenburgs SPD-Generalsekretär Klaus Ness hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa nach schlechten Werten für die Sozialdemokraten scharf angegriffen. Die an diesem Mittwoch veröffentlichte Umfrage sei «hochgradig unseriös», sagte Ness dem in Berlin erscheinenden «Tagesspiegel».

Berlin (dpa)

28.03.2008, 08:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weder die SPD noch ihr Vorsitzender Beck hatten in den jüngten Forsa-Umfragen gute Werte bekommen.

Weder die SPD noch ihr Vorsitzender Beck hatten in den jüngten Forsa-Umfragen gute Werte bekommen.

Demnach wäre die SPD in keinem der 16 Bundesländer mehr stärkste Kraft. Befragt worden seien bundesweit 2000 Personen. «Repräsentativ ist es nicht möglich, aus bundesweit so wenig Befragten für jedes Bundesland einen Trend herauszurechnen», sagte Ness. Insgesamt kam die SPD erneut auf 22 Prozent, den schlechtesten Wert seit Beginn der Forsa-Umfragen 1984.

Forsa-Chef Manfred Güllner betreibe Politik statt Meinungsforschung; ihm gehe es darum, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) statt Parteichef Kurt Beck zum Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten zu machen, kritisierte Ness. Güllner wies die Vorwürfe zurück. «Unser Institut hat keine Tendenz», sagte er der Zeitung.

Unterdessen forderte der Vorsitzende des SPD-Parteirats, Claus Möller, angesichts der Umfragewerte ein Ende des Streits um eine mögliche Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten. Die Missklänge und Unstimmigkeiten in der Partei seien Ursache für die schlechten Werte, sagte Möller der «Rheinpfalz». «Ich finde das alles unerträglich.» Für einen Mitgliederentscheid sehe er keine Notwendigkeit.

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