Spendenaufrufe, Fake-Shops, Plünderungen - Kriminelle in NRW nutzen Flutkatastrophe aus

Kriminalität

Nach der Flutkatastrophe nutzen Betrüger in Nordrhein-Westfalen die Hilflosigkeit und Spendenbereitschaft vieler Menschen aus. Es kam mehrfach zu Plünderungen - und vielfach zu Betrug.

NRW

19.07.2021, 20:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach der Flutkatastrophe nutzen Betrüger in Nordrhein-Westfalen die Hilflosigkeit und Spendenbereitschaft der Menschen aus.

Nach der Flutkatastrophe nutzen Betrüger in Nordrhein-Westfalen die Hilflosigkeit und Spendenbereitschaft der Menschen aus. © picture alliance/dpa

Mit gefälschten Internet-Shops, Spendenaufrufen und Plünderungen haben Kriminelle in Nordrhein-Westfalen offenbar die Hochwasserkatastrophe ausgenutzt - und versucht, Profit zu schlagen.

In drei Fällen hätten mutmaßliche Betrüger etwa Bautrockner im Netz angeboten, wie die Polizei in Köln und Bonn am Montag berichtete. Nachdem Betroffene dort bestellt und vorab gezahlt hatten, seien die Firmen telefonisch nicht mehr erreichbar gewesen. In einem anderen Fall hätte eine vermeintliche Elektrik-Firma Reparaturen angeboten, aber diese nach einer Zahlung nicht ausgeführt.

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In Köln sucht die Polizei den Angaben zufolge nach mutmaßlichen Betrügern, die ein auf Facebook veröffentlichtes Foto einer durch das Hochwasser zerstörten Wohnung kopiert hätten und in einem neuen Beitrag dann um Spenden gebeten hätten.

Ob dem Aufruf jemand gefolgt ist, werde nun ermittelt. Der Post sei gelöscht worden. In allen Fällen werde wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt. Die Polizei warnte in der Mitteilung von Montag vor Betrugsdelikten im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe.

Polizei warnt vor gefälschten Internet-Shops

Die Kriminellen nutzten die Hilflosigkeit und Spendenbereitschaft der Menschen aus. Gefälschte Internet-Shops seien auf den ersten Blick schwer zu erkennen: „Da die Täter aus dem Ausland agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft umständlich und langwierig.

Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg ahnungslose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen“, warnte die Polizei. Weil sie oft mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen lockten, sollten Kunden zum Beispiel keine spontanen Käufe machen und im Voraus Preise vergleichen.

Nach Plünderungen im ebenfalls vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen sitzen zudem drei Verdächtige in Untersuchungshaft, wie die Landesregierung am Sonntag mitteilte. In einer Fernsehansprache brachte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Sonntag (18.07.) seine Wut über derlei Machenschaften zum Ausdruck.

Das tut den Plünderungen allerdings keinen Abbruch. Am Dienstag (20.07.) wurde bekannt, dass Einbrecher in ein vom Hochwasser geschädigtes Hotel in Gevelsberg (Ennepe-Ruhr-Kreis) eingebrochen sind.

Die Täter durchsuchten in der Nacht zu Montag das Gebäude und entwendeten vor allem kleine Elektrogeräte wie Fernseher und Lautsprecher, teilte die Polizei am Dienstag mit. Wie viel die Einbrecher stahlen, stand zunächst nicht fest, auch Hinweise auf die Täter gab es noch nicht. Die Feuerwehr musste zuvor nach einem schweren Wasserschaden die Hoteltür gewaltsam öffnen, um in die Keller zu gelangen.

dpa

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