Spiegel der Liebe: Erich Frieds Gedichte im Hansa-Theater

HÖRDE Die Nationalsozialisten machten aus dem österreichischen Oberschüler 1938 einen verfolgten Juden. Seinen Vater tötete die Geheime Staatspolizei. Als Literat rieb er sich an der „öffentlichen Meinung“. Diesem Erich Fried widmet die Kammerschauspielerin Ines Burckhardt einen ganzen Abend.

von Von Peter Bandermann

, 28.11.2008, 18:38 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Hansa-Theater blickt sie am 6. Dezember und 17. Januar (jeweils 19.30 Uhr) auf eine auch ihr lange verborgene Seite des u. a. mit dem Büchner-Preis ausgezeichneten Autos und Shakespeare-Übersetzers, den sie zuvor nur von seiner „hochpolitischen Seite“ kannte.Wortwitz, Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit „Ich kenne keinen Schriftsteller, der mit solchem Wortwitz, mit solcher Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit die Liebe zu beschreiben vermag“ – und so liest Ines Burkchardt Erich Frieds Liebesgedichte. Der Reiz in diesem Gastspiel liegt darin, dass die ausdrucksstarke Schauspielerin größte Zurückhaltung üben muss. „Das Gedicht muss gelesen werden, es darf kein Schauspiel sein – sonst geht Fried verloren“, sagt sie über ihre besondere Rolle. Den Abend („Als ich mich nach Dir verzehrte“) begleiten Udo Stunz und Info Ross mit elektrischer Percussion und dem Saxophon. Helene Ravns Bühnengestaltung „trägt“ die Lesung.  Ein außergewöhnlicher Abend Die Zuschauer dieses Gastspiels dürfen gespannt sein auf einen außergewöhnlichen Abend, der die „Trennung“ oder „Das Unmögliche“ behandelt. Möglicherweise verstehen die Gäste einen Mitmenschen anschließend besser. Ein Gedicht richtet sich „An eine Nervenssäge“.

  • Karten: Tel. 9 41 47 48
  • www.hansa-theater-hoerde.de