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Spiel um den Esstisch

"Nathan der Weise"

ESSEN Kleists „Penthesilea“ ließ Lisa Nielbock in den Bochumer Kammerspielen um einen riesigen Tisch herum spielen. In ihrer ersten Regie für das Essener Grillo Theater verhandelt die multikulturelle Patchwork-Familie Lessings Humanitätsideal und Toleranzgedanken am Esstisch.

von Von Britta Helmbold

, 18.05.2010 / Lesedauer: 2 min
Spiel um den Esstisch

Barbara Hirt als Recha und Krunoslav Sebrek als Tempelherr.

In erster Linie wird in der knapp zweistündigen Aufführung geredet. So plaudert Jürgen Hartmann in der Titelrolle als pragmatischer Geschäftsmann charmant drauflos, gerät aber sichtlich in Bedrängnis, als der Sultan (souverän im schicken Kampfdress: Andreas Grothgar) von ihm kein Geld leihen, sondern wissen möchte, welche die beste Religion sei. Mit der berühmten Ringparabel zieht sich Nathan aus der Affäre. Am Ende – nach der Familienzusammenführung – bleibt er allein zurück. Kleine Regieeinfälle amüsieren, beispielsweise wenn der Sultan und seine Schwester (Bettina Engelhardt im eleganten Hosenanzug mit Kopftuch) ironisch distanziert Klagelaute wegen des toten Bruders ausstoßen oder der Klosterbruder (Holger Kunkel) dem Tempelherr anzüglich das Knie tätschelt. Henriette Thimig überzeugt als Daja mit Blockwartmentalität. 

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