Spielberg geht auf Safari im Dino-Park

Kino: "Jurassic World"

Wenn der Mensch dem lieben Gott ins Handwerk pfuscht, kommt nichts Gutes heraus. Womöglich Dinosaurier außer Rand und Band, wie in Steven Spielbergs „Jurassic Park“, auch schon wieder 22 Jahre her. Oder eine Intelligenz-Bestie wie in „Jurassic World“, dem neuen Dino-Spektakel, das Spielberg produziert hat.

10.06.2015, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spielberg geht auf Safari im Dino-Park

Colin Trevorrow führte bei "Jurassic World" Regie. Er bildet den vierten Teil in der Jurassic-Park-Filmreihe.

Colin Trevorrows Film nimmt uns mit in den Freizeitpark auf einer Insel, in ein futuristisches XXL-Disneyland, wo Fährschiffe täglich 20 000 Besucher anlanden.

Geboten wird ein Programm zwischen Heia Safari, Raubtierfütterung und Streichelzoo. Wo der Mosasaurier aus dem Wasser schnellt, standen Shows mit dressierten Orcas Pate.

T. Rex frisst ganze Rinder

Was dem Tierpark die Löwen, ist der „Jurassic World“ ihr T. Rex, der sich ganze Rinder einverleibt. Sieht alles ziemlich sensationell aus, dank 3D und bester Computertricks.

Der Laden brummt, die Leute staunen, doch die Chefetage des Parks will mehr. Es ist die alte kapitalistische Leier: Aktionäre möchten Rendite sehen, wir müssen an die Zukunft denken, die Konkurrenz schläft nicht. Größere, gefährlichere, noch schrecklichere Dinos sollen her.

Supersaurier nach Wunsch-Design

Das hauseigene Gentech-Labor liefert: Nach Wunsch-Design hat man den Supersaurier entworfen, Erbgut vom T. Rex, vom Tintenfisch und weiß-der-Teufel was noch.

Das Monster lebt im Hochsicherheitstrakt, die Wärter munkeln, es sei nicht nur riesig, sondern hoch intelligent. Man weiß, was kommt. Das Viech ist ein Trickser von ungeahnter Qualität, das sein Gefängnis verlässt.  

Jagd auf die Bestie

So weit das Präludium der Geschichte. Die Sicherheitsleute des Parks blasen zur Jagd auf die Bestie, der Film nimmt Fahrt auf. Dramaturgisch bleibt er vorhersehbar, routiniert, ein bisschen hausbacken den Regeln der Familienunterhaltung verhaftet.

Zwei Brüder geraten auf Abwege und in die Nähe des Supersauriers. Ein Raptoren-Flüsterer (Chris Pratt) will die Jungs retten. Vincent D‘Onofrio spielt einen Scharfmacher, der in den Dinos eine Waffe für den Krieg der Zukunft sieht, besser als Drohnen.

Dressierte Raptoren? Mit dieser Militär-Fantasie streift das Drehbuch die Lächerlichkeit.

Es setzt eine Kette von Mini-Katastrophen. Nervenkitzel in Häppchen, der sich nicht zum Bogen rundet, sondern sich in kleinteiliger Panikmache erschöpft.

Massenhysterie, ein Gruß an Hitchcocks „Die Vögel“, im Finale wartet der Clash der Titanen, als kämpfe Godzilla gegen Gamera. Inhaltlich nichts Neues, aber Top-Effekte und hyperrealistische Dinos. Augenkino auf Höhe der Zeit.

Lesen Sie jetzt