Spinnereien auf dem Hochhausdach

Im Kino: „Las Insoladas – Sonnenstiche“

Sie schnattern, plappern, lästern, stänkern. Sechs Freundinnen räkeln sich auf einem Dach in Buenos Aires. Das Thermometer zeigt 40 Grad, die Sonne brät und produziert im Kopf eine Trägheit, die das Gespräch dahinplätschern lässt. Tiefschürfend ist es nicht, was der Argentinier Gustavo Taretto in seiner Komödie „Las Insoladas – Sonnenstiche“ verhandelt.

07.08.2015, 15:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spinnereien auf dem Hochhausdach

Sonnenbaden auf dem Hochhausdach

Wo Hitze das Denken lähmt, reicht es nur zu Spinnereien von einem Trip nach Kuba und zu Anekdoten vom neuen Liebhaber. Um Spaß an diesem leichten Sommer-Quasselfilm zu haben, erwarte man keine cleveren Diskurse, sondern versetze sich in den mentalen Dämmerzustand, der uns befällt, wenn wir Sonne, viel Sonne tanken. Eben diese Stimmung wohliger Duselei fängt Gustavo Taretto ein.

Keine hat viel auf der hohen Kante

Zu Anfang hören wir eine Rumba-Version von „Here Comes The Sun“ als musikalisches Leitmotiv. Oh ja, hier kommt die Sonne. Geschlaucht von der Hitze sediert sich unser Damen-Sechser mit Cuba libre und einem Joint, was die Unterhaltung nun mal ins Wolkige steuert.

Sie reden über esoterischen Quark, die Farbtherapie, die argentinische Volksseele. Biografisches scheint auf: Vicky hat einen Frisiersalon, Sol arbeitet im Fotolabor, eine Psychologin ist dabei. Keine hat viel auf der hohen Kante, doch ein Urlaub auf Kuba wäre fantastisch.

90er-Jahre

Wie man an einem „antiken“ Handy und Sätzen zur Politik erkennt, spielt der Film in den 90er-Jahren. Bei gutem Willen taugt er zur Parabel über die Träume von Argentiniens Mittelschicht. Ansonsten feiert er die Solidarität seiner Heldinnen, alle herzig und sehr sympathisch gespielt.

 

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