Spione, die den ganzen Körper einsetzen sollen

„Red Sparrow“ im Kino

„Red Sparrow“ ist ein Agentenfilm voll deftigem Sex und derber Brutalität. Jennifer Lawrence spielt die Furie Dominika. Sie ist Agentin und setzt ihren Körper für den Dienst ein.

Dortmund

, 27.02.2018, 16:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spione, die den ganzen Körper einsetzen sollen

Mit den Waffen einer Frau: Dominika (Jennifer Lawrence) nähert sich dem CIA-Mann Nash (Joel Edgerton). Foto: Fox

So freizügig hat man Jennifer Lawrence selten gesehen, auch nicht so biestig wie in „Red Sparrow“, einem US-Agententhriller nach dem Roman von Jason Matthews. Ein Film aus einem Kalten Krieg, der nie zu Ende ging. Auch in der Ära Putin belauern sich Amerikaner und Russen. Kriegen sie einen von der Gegenseite zu fassen, sind die Russen nicht zimperlich: Dem armen Teufel blüht ein Haut-Peeling übelster Sorte.

Eine Akademie für Sexarbeiter



„Red Sparrows“ (rote Spatzen) werden im Geheimdienst-Jargon die Absolventen einer russischen Akademie für Agenten genannt. Dominika (Jennifer Lawrence) nennt sie eine „Hurenschule“, weil die jungen Leute zu Sexarbeitern gedrillt werden. Im Ganzkörper-Einsatz sollen sie Informanten deren Wissen entlocken. Die frühere Primaballerina des Bolshoi-Theaters weiß, wovon sie spricht, sie hat die Schule besucht.

Die erste Dreiviertelstunde des Films (Regie: Francis Lawrence) ist eine doppelte Vorstellung: Dominika wird als Furie eingeführt, die mit einer Rivalin abrechnet. Die Spatzen-Schule vom Geheimdienst entpuppt sich als Hort der Brutalität, wo sexuelle Erniedrigung öffentlich zelebriert wird, und Charlotte Rampling eine Figur nahe an der KZ-Wärterin spielt.

Der Körper wird Ermittlungsinstrument



In seiner grellen, sexuell aufgeladenen Grausamkeit bewegt sich der Film am Rand der Kolportage: „Frauen hinter Gittern“, bei den Iwans, den Schrecklichen. „Dein Körper gehört dem Staat!“, wird Dominika eingebläut, die nackt bis halbnackt das Staatseigentum vorzeigt, mit dem sie auch CIA-Mann Nash (Joel Edgerton) beeindruckt. Der hat einen Maulwurf beim russischen Dienst geführt, den die Sexbombe enttarnen soll.

Was für Nervenkitzel sorgt, ist wieder ein Übermaß effektheischender Brutalität, während diverse Winkelzüge um Verrat und Hinterlist bloß verwirren. Jemand zieht ein doppeltes Spiel auf, die meiste Spannung wird jedoch mit Sadismus erkauft. Ein, zwei Überraschungen reichen schlussendlich nicht für einen guten Thriller. Ab Donnerstag im Kino.