Sprach- und Integrationsbuch hilft bei der Verständigung

Evangelisches Krankenhaus

Türkische Patienten können dem Arzt machmal sprachlich nicht so gut ihre Sorgen schildern. Das soll sich im Evangelischen Krankenhaus (EVK) bald ändern. Ein Sprach- und Integrationsbuch soll zukünftig bei der Verständigung helfen.

INNENSTADT

von Von Beatrice Haddenhorst

, 14.02.2012, 18:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Necibe Demirayak, Dr. Ulrich Weitkämper und Fahriye Bolulu (v.l.) geben das "Sprach- und Integrationsbuch" von Ethem Yilmaz (r.) ab sofort an türkische Patienten aus.

Necibe Demirayak, Dr. Ulrich Weitkämper und Fahriye Bolulu (v.l.) geben das "Sprach- und Integrationsbuch" von Ethem Yilmaz (r.) ab sofort an türkische Patienten aus.

Das Buch hat der Dolmetscher und Sprachlehrer Ethem Yilmaz geschrieben. Es enthält fertige Redewendungen und Sätze für die wichtigsten Lebensbereiche, insbesondere auch ein großes Kapitel zu Arzt- und Krankenhausbesuchen. Patient wie Arzt können sich mit dem Buch in der Hand einander verständlich machen. „Es hilft uns, Kontakt mit den Patienten aufzunehmen und Vertrauen aufzubauen“, hat Dr. Ulrich Weitkämper, Leiter der Abteilung Geriatrie, bereits festgestellt.

Immer öfter haben er und seine Kollegen türkische Patienten vor sich, die über verschiedenste Arten von Schmerzen klagen und bei denen häufig der Verdacht besteht, dass die Ursachen psychisch sind. Doch psychische Beschwerden zu diagnostizieren ist ohnehin schwierig und noch viel schwieriger, wenn man nicht mit dem Patienten sprechen kann. Die Krankenschwestern Necibe Demirayak und Fahriye Bolulu helfen als Übersetzerinnen, wo immer es geht. Dabei wissen sie um die Probleme, die ihre Landsleute, vor allem die Älteren, belasten. Da steht Heimweh ganz oben. „Im Rentenalter wissen viele nicht, ob sie hier bleiben oder zurück in die Türkei gehen sollen. Das führt auch zu Konflikten in den Familien“, erklärt Ethem Yilmaz.

Und Weitkämper hat immer öfter den Eindruck, dass diese Probleme Ursache für manches körperliche Leiden sind. Doch nicht nur mit dem Buch als Verständigungshilfe will man türkischen Patienten im EVK entgegen kommen. Demnächst soll auch ein Gebetsraum für Muslime eingerichtet werden.