Sprechtheater

Sprechtheater

Babett Grube und Lucie Ortmann interessieren sich am Theater Oberhausen nicht wirklich für die Tragödie des Sophokles, sondern nur für dessen Titelheldin. Von Klaus Stübler

Mit viel Gebrüll und Gerenne – untermalt von einem düsteren Elektro-Klangteppich – hat Heike M. Götze Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“ auf die Kammerbühne des Bochumer Schauspielhauses gebracht.

Mario Salazar nennt sein Stück „Schimmelmanns: Verfall einer Gesellschaft“, das Oberhausens neuer Intendant Florian Fiedler am Freitag in seinem Theater uraufgeführt hat, eine „Nazi-Horrorboulevard-Dramödie“. Von Klaus Stübler

Anne Lepper hat für ihr Stück "Mädchen in Not" den mit 15000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis gewonnen. Die zum zweiten Mal zum Dramatikerwettbewerb Stücke eingeladene Autorin beschreibt den Emanzipationsversuch

Nach der Kartenkontrolle im Mülheimer Ringlokschuppen gibt es ein Bändchen mit dem Aufdruck "Tagesgast" und mit dem Betreten des Theatersaals sticht dem Zuschauer der typische Hallenbadgeruch nach Desinfektionsmittel in

Schauspielhaus Bochum

Ein Vater ist ein Vater

Die Bühne, ein Quadrat in Weiß und Grau, reicht bis zur fünften Reihe ins Parkett hinein. Anselm Weber bringt seine Schauspieler den Zuschauern zum Abschied noch einmal ganz nah. "Alle meine Söhne" von Von Ronny von Wangenheim

Der Intendant der Ruhrfestspiele, Frank Hoffmann, brachte August Strindbergs "Rausch" am Freitag auf die große Bühne im Festspielhaus in Recklinghausen. Am nächsten Abend zeigte dann im Kleinen Haus das

Bilderstark sind die 42. Mülheimer Theatertage am Samstag in der Stadthalle gestartet: Olga Bachs "Die Vernichtung" eröffnete den Dramatiker-Wettbewerb "Stücke". Jedoch ist es weniger der Text, der beeindruckt,

Cervantes hätte natürlich auch ein Schauspiel schreiben können. Aber er wollte den Ritterromanen seiner Zeit mit dem "Don Quijote" ein Werk im gleichen Genre entgegensetzen. Thomas Fiedler frönt dem Ritter Von Klaus Stübler

Man könnte denken, das Dortmunder Theater reagiere auf den Vorwurf, es werde zu wenig Heiteres gespielt, wie ihn Kay Voges neulich beim Podiumsgespräch zu hören bekam. "Die Wiedervereinigung der beiden Von Kai-Uwe Brinkmann

Malika ist ein gefeierter Star, ein Komet am Schauspielerhimmel. Klatschblätter gieren nach Details aus ihrem Leben. Was keiner weiß: Malika hat sich eine Legende zugelegt und verschleiert, dass ihr Vater Algerier ist. Von Kai-Uwe Brinkmann

Eine Mauer teilt die Bühne im Bochumer Schauspielhaus und damit die Welt der verfeindeten Familien und das Publikum. Denn in Marius von Mayenburgs Bearbeitung der Shakespeare Tragödie "Romeo und Julia"

Schauspielhaus Bochum

Verführung pur

Schein und Sein - wie wunderbar Theater mit der Vorstellungskraft des Menschen spielen kann, demonstriert Jan Neumann in seiner so intelligenten wie unterhaltsamen Inszenierung von "Gefährliche Liebschaften". Von Ronny von Wangenheim

Das Theater Oberhausen brachte am Freitag eine "Medea" heraus. Das Spannende dabei: Die alte Asylantengeschichte des Euripides wird von den Syrerinnen Wihad Suleiman (Text, Regie) und Reem Helou (Bühne, Von Klaus Stübler

Westfälisches Landestheater

Mein Job, mein Haus, mein Frauchen

Nora (Pia Seiferth) kommt vom Shoppen und trällert "Last Christmas". Herrlich, dass ihr Torvald (Maximilian von Ulardt) jetzt Bankdirektor ist. Von Kai-Uwe Brinkmann

Mit Hasko Webers Inszenierung von Max Frischs "Biedermann und die Brandstifter" hat das Schauspielhaus Bochum eine Art zweiten Teil seines "Tartuffe" im Spielplan. Ein weiteres Stück, das man ganz ohne Von Max Florian Kühlem

Elfriede Jelineks Theatertexte sind sperrig, gelten als schwer zu inszenieren. Aber wenn sie in fähige Hände geraten, dann geschieht etwas Wunderbares, Beglückendes. So jetzt im Bochumer Prinzregenttheater, Von Max Florian Kühlem

Der Tod ist ein lustiger Gesell. Zumindest in Thees Uhlmanns Debütroman "Sophie, der Tod und ich", den Regisseur Tilman Gersch und Dramaturgin Jana Zipse für die Bühne des Grillo-Theaters in Essen adaptiert haben.

Theater Dortmund

Aus Frust wird Aggression

Schlaglichter zur deutschen Befindlichkeit aus der Feder von Franz Xaver Kroetz, da und dort erweitert und satirisch noch etwas greller übermalt. "Furcht und Hoffnung in Deutschland: Ich bin das Volk" Von Kai-Uwe Brinkmann

Theater Dortmund

Angst essen Seele auf

Uwe Schmieder, mit Brecht-Brille und Zigarre, erklärt uns das "epische Theater" und dessen Ziel, dem Publikum ein moralisches Urteil abzuringen. Brecht selbst also führt uns durch die Szenen von "Furcht Von Kai-Uwe Brinkmann

Schauspielhaus Bochum

Krieg im virtuellen Raum

Der Krieg gegen den Terror ist schwer zu fassen. Vielleicht ist Anselm Webers Doppel-Premiere in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum wegen der Komplexität des Themas nicht ausverkauft. Das Publikum Von Max Florian Kühlem

Einen Käfer gibt es in dieser Inszenierung genauso wenig zu sehen wie auf dem Titel der ersten Buchveröffentlichung von Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" 1915. Regisseur Jan-Christoph Gockel versucht Von Max Florian Kühlem

Im Megastore des Schauspiel Dortmund, gab Regieassistent Maximilian Lindemann mit dem Zweipersonenstück "Das Interview" sein Regiedebüt am Theater Dortmund. Von Klaus Stübler

Schauspielhaus Bochum

Aufstand gegen Tartuffe scheitert

Der Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer kann nicht inszenieren, ohne politische Dimensionen aufzuspannen, ab und an in die Meta-Ebene zu wechseln. Das ist gut so - wie eine weitere Großtat zeigt: die stark Von Max Florian Kühlem

William Shakespeare hat mit dem intriganten Manipulator Jago einen Anti-Helden geschaffen - und Othellos Gegenspieler macht Volker Lösch in "Das Prinzip Jago" zur Hauptperson.

Theater Dortmund

Wahre Helden im Finanzamt

"Ohne Nummer geht hier gar nichts", bedeutet ein Mitarbeiter, drückt jedem Zuschauer einen Zettel für seinen individuellen "Weg durch die Behörde" in die Hand und verweist ihn erst einmal in den Wartebereich. Von Klaus Stübler

Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum Edgar Selge für seinen virtuosen fast zweieinhalbstündigen Monolog am Freitag bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Karin Beiers Inszenierung vom Deutschen

Die Bühne, das Rampenlicht, die Zuschauer, der Applaus - für einen Vollblutschauspieler ist das "einfach ein gutes Gefühl, hier oben zu sein". In der zweiten Hälfte schwingt sich Daniela Löffners Inszenierung Von Max Florian Kühlem

Zwischen Müttern und Töchtern liegt oft ein Minenfeld. Die Mischung aus Liebe, Schuld und Pflichtgefühl entwickelt eine Menge Sprengkraft. Die Autorin Sibylle Berg (Foto) kennt anscheinend alle Tücken Von Bettina Jäger

Auf der Bühne sprechen sie Englisch, Arabisch, Hebräisch und nur ein bisschen Deutsch. Ein Novum für den Mülheimer Stücke-Wettberb für deutschsprachige Dramatik: Am Samstag eröffnete das Festival mit

Es regnet unaufhörlich in Moritz Peters’ umjubelter Inszenierung von Bertolt Brechts Klassiker "Der gute Mensch von Sezuan", der am Freitag im Essener Grillo-Theater Premiere feierte. Doch nicht nur zum

"Beim Lesen hat es mich verblüfft, wie amüsant und extrem unterhaltsam das Stück ist", sagt Peter Carp über Maxim Gorkis "Barbaren". Die Begeisterung merkt man seiner Inszenierung des 111 Jahre alten, Von Klaus Stübler

Westfälisches Landestheater

Pop im Look, Pepp in Spiel und Sprache

Auf der Bühne des Westfälischen Landestheaters (WLT) prangt ein Goethe-Porträt im Stil Andy Warhols. Der Dichterfürst als Ikone der Pop Art. Knallig bunt die Kostüme, weinrot, hellblau, mintgrün. Pop Von Kai-Uwe Brinkmann

In seinem grandiosen Stück zur Finanzkrise ließ Hermann Schmidt-Rahmer in den Kammerspielen des Bochumer Schauspielhauses die "Gespenster des Kapitals" spuken. Jetzt sind es die Gespenster des alten Europa, Von Max Florian Kühlem