Staatsanwalt der Auschwitz-Prozesse

Festival "ueber Mut"

Er war der Mann, der als Staatsanwalt die Frankfurter Auschwitz-Prozesse von 1963 ins Rollen brachte. Regisseurin Ilona Ziok widmet sich Fritz Bauer mit ihrem gleichnamigen Film und läutete am Mittwochabend das "ueber Mut"-Festival ein.

DORTMUND

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 02.12.2011 / Lesedauer: 2 min
Staatsanwalt der Auschwitz-Prozesse

Fritz Bauer: Seine Leistung ist zu Unrecht vergessen.

Fritz Bauer war ein Streiter für Recht und Menschlichkeit, der die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel als Mahnung für die Nachgeborenen verstand.Sein Name verblasste nach und nach Und dennoch: Als Fritz Bauer 1968 starb, schaffte es das Kartell der Schweiger, dass Bauers Name nach und nach verblasste und aus dem öffentlichen Bewusstsein der Deutschen verschwand. "Fritz Bauer - Tod auf Raten" heißt eine filmische Hommage von Ilona Ziok, die den großen Humanisten in unser Gedächtnis zurückholt.

Am Donnerstag eröffnete Zioks Doku das "ueber Mut"-Filmfestival im Dortmunder Kino "sweetSixteen". "Den Mutigen gehört die Welt" hat die Aktion Mensch ihr viertes Festival überschreiben, das bis zum 8. Dezember zehn Arbeiten präsentiert.Filme ergreifen Partei für Ausgegrenzte Couragierte Filme, die Partei ergreifen für Ausgegrenzte, die zeigen, welche Kraft in den angeblich Schwachen steckt. Filme, die uns zu Engagement und Solidarität ermuntern. Sie erzählen von Obdachlosen in Paris ("Kinder von Don Quijote"), von Berliner Jugendlichen ("Teenage Response"), von Greenpeace-Aktivisten ("Rainbow Warriors"), von Frauen in Südafrika ("Rough Aunties"), die missbrauchten Kindern helfen. Oder von einem Paar mit Down-Syndrom ("Monica und David"), das den Gang zum Traualtar wagt.Zioks Film klärt auf  Warum ein Film über Fritz Bauer? "Weil er es war, der das Dritte Reich juristisch zum Unrechtsstaat erklärte. Weil er den Mut hatte, die Lebenslüge der jungen Bundesrepublik aufzudecken", so Ilona Ziok im Gespräch nach ihrem Film. Die Mörder sind unter uns, um es mit Wolfgang Staudte zu sagen.

Ziok hat aus rarem Archivmaterial und aus Interviews mit Bauers Freunden und Kollegen einen Film gemacht, der noch immer erschütternde Brisanz hat. Braune Juristen, nun im Dienst der Demokratie, legten Bauer Steine in den Weg, wo sie nur konnten. Er ging ihn trotzdem, gegen alle Widerstände. Ein aufklärerischer Film gegen das Vergessen, so tiefgründig, wie ein Film nur sein kann.