Staatsanwalt wirft Backhaus Erpressung von Mitarbeitern vor

Prozess Schöffengericht

Der Vorwurf wiegt schwer: Inhaber und Betriebsrat vom Backhaus sollen Mitarbeiterinnen erpresst haben. Die Mitarbeiterinnen sollen dazu gebracht worden sein, Aufhebungsverträge und Schuldanerkenntnisse zu unterschreiben - nachdem man ihnen Diebstahl vorgeworfen hatte.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 09.10.2013, 17:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ihnen wurde vorgeworfen, sie hätten Getränke und Lebensmittel aus den Auslagen entnommen und verzehrt, ohne diese zu bezahlen. Dabei soll ihnen mit der Polizei und weiteren Konsequenzen gedroht worden sein, sollten sie den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben. Anschließend wurden die Frauen zu einem Notar gefahren, wo sie ein bereits vorbereitetes Schuldanerkenntnis unterschreiben sollten – was sie, wie die anwesenden Zeuginnen erzählten, aus Verunsicherung und Angst auch taten. Dabei ging es um stattliche Summen: Bis zu 2500 Euro sollten die Frauen für den angerichteten Schaden und Detektivkosten zahlen.

Dieses zumindest fragwürdige Vorgehen hat, so legt es ein Schriftsatz der Verteidigung nahe, im Backhaus System. Offenkundig sollten auf diese Weise teure Arbeitsgerichtsprozesse vermieden werden. Dass es ein langes Verfahren werden dürfte, war den Prozessbeobachtern schon früh klar. Spätestens, als die Angeklagten eine vom Vorsitzenden Richter Bernd Grewer angeregte Einstellung des Verfahrens ablehnten. Ihnen geht es ganz offensichtlich darum, einen Freispruch zu erreichen. Der Prozess wird am 29. Oktober fortgesetzt.

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