Staatsanwaltschaft ermittelt bei Hellen und den Stadtwerken

Honorar-Affäre

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat ein Ermittlungsverfahren gegen Promi-Vermittler Sascha Hellen und die Verantwortlichen bei den Stadtwerken eingeleitet. Es geht um dem Vorwurf der Veruntreuung im Zuge der Honorar-Zahlungen für den Atrium-Talk der Stadtwerke.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 20.12.2012, 15:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Stadtwerke Bochum hatten seit 2008 verschiedene prominente Redner als Gäste zu ihrem Atrium-Talk geladen. Diese wurden von Sascha Hellen als Dienstleister vermittelt und betreut. Für ihre Auftritte haben die Redner zwischen 20.000 und 25.000 Euro kassiert. Die Stadtwerke waren nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass das Geld einem wohltätigen Zweck gespendet wird, und hatten dies auch so in der Öffentlichkeit dargestellt. Nachdem SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück seine Nebeneinkünfte aus Vorträgen öffentlich machte, kam jedoch heraus, dass die Gäste des Atrium-Talks zumeist nichts von dieser Spendenabsicht wussten.

Inzwischen ist klar, dass eine Spendenverpflichtung zu keiner Zeit vertraglich zwischen den Stadtwerken und Promi-Vermittler Hellen geregelt war. Die Stadtwerke behaupten jedoch, dass es mündliche Absprachen gegeben habe. Hellen verweist dagegen auf den Vertrag. Zudem gab es an mehreren Stellen Ungereimtheiten bei der Abwicklung der Honorar-Zahlungen. Mehrere Gäste monierten, dass sie das Geld erst anwaltlich bei Herrn Hellen anmahnen mussten. Die Stadtwerke haben zudem Beträge doppelt gezahlt.Ob sich der Vorwurf der Untreue letztlich erhärtet, soll nun im Ermittlungsverfahren geprüft werden. Unklar ist, gegen wen sich genau die Ermittlungen im Haus der Stadtwerke richten. Sowohl Geschäftsführer Bernd Wilmert als auch der ehemalige Stadtwerke-Sprecher Thomas Schönberg kämen in Betracht. Beide hatten die Verantwortung für den Atrium-Talk, beide hatten die Verträge mit Hellen unterzeichnet, wobei Schönberg gar nicht zeichnungsberechtigt gewesen ist.

Gegen Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz werde nicht ermittelt, so Kuhnert. Auch gegen Scholz, die zugleich Vorsitzende des Aufsichtsrates der Stadtwerke ist, sind bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen eingegangen.