Staatsanwaltschaft ermittelt gegen USB-Chef

Meys im Visier

Auf seine Entlastung muss USB-Geschäftsführer Werner Meys noch warten. Der Haupt-und Finanzausschuss hat in seiner Sitzung dem Jahresabschluss des USB nicht zugestimmt, sondern die Entscheidung in den Rat verschoben.

BOCHUM

von Von Sebastian Ritscher

, 17.10.2013, 21:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Vertrag von USB-Geschäftsführer Werner Meys soll nicht verlängert werden - das hat jetzt der Aufsichtsrat entschieden. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer getroffen worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vertrag von USB-Geschäftsführer Werner Meys soll nicht verlängert werden - das hat jetzt der Aufsichtsrat entschieden. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit dem Geschäftsführer getroffen worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die andere: das Einschalten der Staatsanwaltschaft. Die Stadtwerke-Affäre rund um den Atrium-Talk und Sascha Hellen habe laut Schmück-Glock gezeigt, dass auch Ergebnisse von Wirtschaftsprüfern nicht immer zielführend sind. Sie leitete das Schreiben an die Staatsanwaltschaft weiter. Die erkannte schnell: „Das entbehrt jeder Grundlage“, so Oberstaatsanwalt Paul Jansen. „Aber es gab einen neuen Verdacht.“ Meys habe den Betriebsratsvorsitzenden möglicherweise in eine zu hohe Gehaltsgruppe eingestuft. Laut Jansen könne ein Betriebsratsmitglied in seinem normalen Job nicht mehr aufsteigen, wenn es freigestellt wurde. Deswegen seien „fiktive Aufstiege“ ganz normal. Allerdings sei in diesem Fall die Einstufung strittig.

Nicht nur gegen Meys ermittelt die Staatsanwaltschaft, sondern auch gegen den Betriebsratsvorstand – wegen Selbstbegünstigung, wie Jansen erklärt. Er rechnet mit einem Abschluss der Ermittlungen noch in diesem Monat: „Dann wird der Kollege ein abschließendes Meinungsbild haben und sagen, ob es für eine Anklage reicht.“ Bis dahin ist Warten angesagt. Deswegen hat auch der USB-Aufsichtsrat Meys für das Jahr 2012 nicht entlastet. „Wir wollten der Entscheidung der Staatsanwaltschaft nicht vorweg greifen“, sagt Schmück-Glock. Werner Meys wollte sich zu den Ermittlungen nicht äußern. Auch die Pressestelle des USB gibt sich Wortkarg. „Ja, den Vorfall gibt es“, bestätigt Sprecher Jörn Denhard. Und natürlich würde der USB die Staatsanwaltschaft „vollumfänglich unterstützen, um die Sache aufzuklären“.