Stadt Bochum reagiert auf mutmaßlichen Coronatest-Betrüger – bald keine Teststellen mehr

Testzentrum

Einem Bochumer Corona-Schnelltestbetreiber wird Betrug vorgeworfen. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt hatte der Betreiber Zeit, sich zum Vorwurf zu äußern. Jetzt hat die Stadt Bochum reagiert.

Bochum

07.06.2021, 16:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Im Fall des mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs hat die Stadt Bochum der Firma ab Dienstag die Abrechnungsgenehmigung für die letzte verbliebene Teststelle entzogen. (Symbolbild)

Im Fall des mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs hat die Stadt Bochum der Firma ab Dienstag die Abrechnungsgenehmigung für die letzte verbliebene Teststelle entzogen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Im Fall des mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs durch einen Bochumer Corona-Teststellenbetreiber hat die Stadt der Firma ab Dienstag (8. Juni) die Abrechnungsgenehmigung für die letzte verbliebene Teststelle in Bochum entzogen.

Wie die Stadt am Montag mitteilte, hatten sich zuvor „Fragen in Bezug auf den ordnungsgemäßen Betrieb“ ergeben. Der Betreiber hatte bis Montagmittag Zeit, sich dazu zu äußern. „Dies ist nicht geschehen“, hieß es. Die Stadt entzog dem Betreiber daher mit Ablauf des Montags die sogenannte Teststellennummer für den Betrieb. „Ohne diese Nummer ist eine Abrechnung der Testungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung nicht mehr möglich“, hieß es weiter. Die Firma war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bochumer Unternehmen hatte zeitweise 54 Testzentren in Deutschland

Die Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt seit Ende Mai wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges gegen zwei Verantwortliche der Firma. Sie befinden sich seit Freitag in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen waren Ende Mai Geschäftsräume und Privatwohnungen im Ruhrgebiet durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt worden.

Anlass der Ermittlungen waren Recherchen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ (SZ). Das Unternehmen warb am Montagnachmittag auf seiner Internetseite nur noch für sein Testzentrum am Unternehmenssitz in Bochum. Die Buchung eines Testtermins war online nicht möglich. Zwei weiteren Teststellen in Bochum hatte die Stadt bereits zu einem früheren Zeitpunkt die Abrechnungsgenehmigung entzogen. Nach früheren Angaben der SZ hatte das Unternehmen zeitweise 54 Testzentren in 36 Städten Deutschlands betrieben.

dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Knapp 60 Prozent der 16- bis 26-Jährigen würden sich einer Umfrage zufolge sofort impfen lassen. Mancher allerdings mit „schlechtem Gefühl“. Ein Land hat besonders viele Impfskeptiker.

Lesen Sie jetzt