Stadt Bochum will Pontonbrücke für Autos sperren

In Dahlhausen

Die Pontonbrücke in Dahlhausen dient als direkte Verbindung zwischen Essen auf der einen Seite der Ruhr und Bochum und Hattingen auf der anderen. Das könnte bald vorbei sein. Geht es nach der Stadtverwaltung, sollen bald nur noch Fußgänger und Fahrradfahrer die Brücke nutzen dürfen. Das liegt vor allem an einem bestimmten Grund.

BOCHUM

, 24.11.2015, 16:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Pontonbrücke in Dahlhausen soll in Zukunft nur noch von Fußgängern und Fahrradfahrern  genutzt werden, wenn es nach der Bochumer Stadtverwaltung geht.

Die Pontonbrücke in Dahlhausen soll in Zukunft nur noch von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werden, wenn es nach der Bochumer Stadtverwaltung geht.

Sicherheit steht bei der Bochumer Stadtverwaltung an erster Stelle. Daher soll bald kein motorisierter Verkehr mehr über die Pontonbrücke in Dahlhausen rollen. Immer wieder sei es in den vergangenen Jahren zu teils gefährlichen Situationen auf dem kurzen Stück über der Ruhr gekommen, erklärte Susanne Düwel vom Tiefbauamt bei einer Presserunde am Montag.

Auf den Gleisen stehen

So sei zum Beispiel ein 40-Tonner auf dem schmalen Stück steckengeblieben und hatte versucht, auf den direkt angrenzenden Bahngleisen zu wenden. Er konnte nur mit schwerem Gerät von der Brücke geholt werden. Auch habe es laut Drüwel schon Fälle gegeben, in denen Autofahrer auf den Gleisen stehen geblieben waren, während sich die Schranken senkten.

 

 

Derzeit ist die Brücke, die in den 50er-Jahren gebaut wurde, ohnehin schon nur eingeschränkt nutzbar. Nur Fahrzeuge bis 2,1 Meter Höhe und 2,8 Tonnen Gesamtgewicht dürfen passieren, Betonpoller begrenzen die Breite, die nicht für zwei Autos ausreicht.

Hohe Reparaturkosten

"Es gab immer wieder Fehlnutzungen und dadurch hohe Reparaturkosten", so Düwel. "Wir konnten diesen Zustand nicht länger akzeptieren." Daher erarbeitete die Verwaltung zwei mögliche Konzepte zur Zukunft der Pontonbrücke:

 

1.) Die weitere Nutzung mit einer Einbahnstraßenregelung in Richtung Bochum. Das würde laut Düwel aber zu Rückstaus bis auf die Brücke führen, ebenso bestehe die Gefahr von Falschfahrern, die nachts über die Brücke nach Essen fahren könnten.

2.) Die komplette Schließung für den Kfz-Verkehr. "Nach großen Bauchschmerzen" habe man sich dafür entschieden, so Düwel. Dieser Vorschlag wurde am Dienstag in der Bezirksvertretung Südwest vorgestellt, im Januar geht die Vorlage in den Ausschuss, entscheiden wird dann der Rat. "Die Brücke würde noch weiter funktionieren, wenn es die Fehlnutzung nicht gäbe", sagte Düwel.

Große Umwege

Für Anwohner und Pendler bringt eine Schließung der Brücke große Umwege mit sich. Wer von Essen kommend in die Bochumer Innenstadt will, muss zukünftig rund elf Kilometer mehr zurücklegen, um in Hattingen über die Ruhr zu kommen. In nördlicher Richtung befindet sich die nächste Brücke in Essen-Steele.

 

Die Brücke gehört zwar dem Ennepe-Kreis, doch für die Unterhaltung und Gewährleistung der Sicherheit ist die Stadt Bochum zuständig. Dass das geplante Vorhaben in den Nachbargemeinden nicht auf Gegenliebe stößt, gab Stadtsprecher Thomas Sprenger zu: "Aber wir stehen in der Verantwortung", sagte er. Einfach eine neue Brücke zu errichten, käme aus finanzieller, verkehrstechnischer und planerischer Sicht vorerst nicht infrage.

 

Im Internet haben sich bis Dienstagnachmittag knapp 1200 Menschen an einer Petition beteiligt, in der sich die Unterzeichner für eine Öffnung der Pontonbrücke aussprechen.