Stadt lehnt Wohnanlage auf dem Hof "Schulze Somborn" ab

Investor verklagt Stadt

Um ein altes Gehöft an der Somborner Straße ist ein Streit zwischen einem Investor und der Stadt Dortmund entbrannt. Die Nachbarn im Ort sind verärgert.

SOMBORN

von Von Matthias vom Büchel

, 26.09.2013, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Investor Gerd Hüsemann vor einem halb verfallenen Stallgebäude.

Investor Gerd Hüsemann vor einem halb verfallenen Stallgebäude.

Das Gehöft ist der ehemalige Hof "Schulze Somborn" an der Somborner Straße, dessen bessere Zeiten schon lange vorbei sind. Zuletzt wurde nur noch eine alte Scheune gewerblich genutzt. Das Wohnhaus steht seit rund fünf Jahren leer. Kleinere Stallungen im Hofbereich sind zum Teil bereits eingestürzt.

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Bauernhof in Somborn verfällt

Das alte Gehöft in Somborn hat seine besten Zeiten lange hinter sich. Ein Investor würde es gern abreißen und neu bebauen. Aber die Stadt verweigert die Genehmigung.
26.09.2013
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Investor Gerd Hüsemann im Innenhof des alten Bauernhofes.© Foto: Stephan Schütze
Die große Scheune des Bauernhofes.© Foto: Stephan Schütze
Die Gebäude, zum Teil noch aus Fachwerk, verrotten.© Foto: Stephan Schütze
Bei einigen Gebäuden im Hof sind bereits die Dächer eingestürzt.© Foto: Stephan Schütze
Auch dieses Stalllgebäude ist teilweise zerstört.© Foto: Stephan Schütze
Ein Blick vom Hof auf das Nachbargebäude.© Foto: Stephan Schütze
Der Scheunenkomplex von hinten.© Foto: Stephan Schütze
Sämtliche Gebäude sind reif für den Abbruch.© Foto: Stephan Schütze
Nächtliche Besucher haben die Wände besprüht.© Foto: Stephan Schütze
Auch hier haben Unbefugte ihre Spuren hinterlassen.© Foto: Stephan Schütze
Ein alter Stall von innen.© Foto: Stephan Schütze
Hinter dem Hof verläuft der Beverbach. Dahinter erstreckt sich eine Wiese bis zur A40.© Foto: Stephan Schütze
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2011 kaufte Investor Gerd Hüsemann aus Dorsten das 7200 Quadratmeter große Grundstück. Im Juni präsentierte der Investor einen Planungsvorschlag für eine Mehrgenerationen-Wohnanlage. Ein Projekt, das auch bei den Nachbarn gut ankommt.

Nächtliche Besucher

Denn das verlassene Grundstück wird trotz Bauzaun und Verbotsschildern regelmäßig von ungebetenen nächtlichen Besuchern heimgesucht. Die Folge sind Schmierereien und Zerstörungen.

Um so froher waren die Besitzer der direkten Nachbargrundstücke, als sie vom Investor erfuhren, dass Abriss und Neubau baurechtlich unproblematisch wären. Doch die Vorfreude verflog schnell. "Mir lag ein Vorbescheid des Bauordnungsamtes für die Nutzungsänderung des ,Resthofes zu Wohnen und Gewerbe' vor", zitiert Gerd Hüsemann aus dem Schreiben der Stadt. Weiter steht dort, dass das Grundstück in einem Dorfgebiet liegt und deshalb eine Wohnbebauung möglich ist. Einzige Bedingung: Die Erschließung muss gesichert sein, und die neuen Gebäude müssen sich in das Umfeld einfügen. Auf dieser Grundlage begann Hüsemann mit den Planungen.

Klage gegen Bescheid

Doch nachdem der Investor im Sommer seine Planungen für Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen sowie Garagen eingereicht hatte, lehnte das Bauordnungsamt das Vorhaben ab. In der Begründung hieß es: Das Grundstück sei laut Flächennutzungsplan eine landwirtschaftliche Nutzfläche und das Bauvorhaben deshalb "aus planungsrechtlichen Gründen nicht zulässig". Auch das Umweltamt sprach sich gegen das Bauvorhaben aus, weil das Grundstück an drei Seiten an ein Landschaftsschutzgebiet grenzt."Greife nicht in die Natur ein" Gerd Hüsemann will diese neue Bewertung seines Grundstücks nicht akzeptieren. Er pocht auf seinen alten Vorbescheid, den er seit dem Kauf des Grundstücks besitzt. "Ich greife nicht in die Natur ein. Ich will lediglich dort bauen, wo jetzt auch Gebäude stehen", kann er den Meinungswandel der Stadt nicht nachvollziehen. Inzwischen hat Hüsemann gegen den ablehnenden Bescheid geklagt. Aus diesem Grund wollen sich das Planungs- und das Bauordnungsamt momentan nicht zu dem Fall äußern.

Bei vielen Sombornern hat die Ablehnung schon jetzt für Verärgerung gesorgt. Sie befürchten nun, dass sie noch viele Jahre mit dem unansehnlichen Gehöft leben müssen.

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