Stadt müsste 37 Millionen in Haupt- und Realschulen investieren

Schulen im Sanierungsstau

Einfachverglasung, schlecht gedämmte Decken und Wände, kein ausreichender Brandschutz: Lang ist die Mängelliste an den Haupt- und Realschulen. Fast 37 Millionen Euro müsste die Stadt Bochum in die Hand nehmen, um die erkannten Schwächen zu beheben. Kann sie aber nicht.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 11.10.2011, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulamtsleiter Ulrich Wicking ist optimistisch, das Projekt "Binggo" auf rechtlich sichere Beine stellen zu können.

Schulamtsleiter Ulrich Wicking ist optimistisch, das Projekt "Binggo" auf rechtlich sichere Beine stellen zu können.

Böckler-Realschule kostet zehn Millionen
Nachdem der Rat der Stadt entschieden hat, dass die Hans-Böckler-Schule bleibt, muss sie auch saniert werden. Zehn Millionen Euro sind veranschlagt. Dadurch wird zugleich die Luft für andere Realschulen dünner. Unwahrscheinlich ist, dass alle erhalten bleiben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es generell einen Trend zu Innenstadtschulen gibt. Angesichts eines Platzüberhangs bei den Realschulen muss der Schulentwicklungsplan Lösungsansätze zeigen.

Sie konnte keine neue fünfte Klasse bilden. Damit steht sie vor einer ungewissen Zukunft. Für die Stadt stellt sich die Frage, ob die 2,7 Millionen teure Sanierung gut angelegtes Geld wäre. Noch hat die Politik keine Antwort gegeben. Ulrich Wicking bleibt deshalb allgemein. „Es gibt einige Schulen, über die man im Zuge von schulorganisatorischen Veränderungen reden muss.“ Im Klartext: Nicht alle Haupt- und Realschulen bleiben erhalten. Folglich müssen sie auch nicht saniert werden.Wo die Perspektive stimmt, richtet die Verwaltung besonderen Augenmerk auf den Brandschutz. „Das ist wichtig“, betont Wicking. „Dafür stehen jährlich zehn bis elf Millionen Euro zur Verfügung.“ Geld, das auf jeden Fall verbaut werden soll. Anfang nächsten Jahres wird die Verwaltung eine Bedarfsliste vorlegen. Auf ihr zu finden sein wird mit Sicherheit das Schulzentrum Südwest. Auf welchem Rang, bleibt abzuwarten. Und auch dies kann höchstens eine Prognose sein.

„Wir haben es mit Altbauten zu tun“, warnt der Schulamtsleiter. Damit ist die Gefahr groß, im Zuge der Sanierung unerwartet auf Schadstoffe oder andere böse Überraschungen zu stoßen. Mit meist erheblichen finanziellen Auswirkungen. Bochums Schüler müssen sich weiter mit Gebäuden abfinden, die nicht auf der Höhe der Zeit sind. „Fenster, deren Wärmefaktor nicht der heutigen Zeit entsprechen, muss man lassen“, kündigt Ulrich Wicking mit Blick auf die städtische Finanzsituation an. Grundprinzip der Sanierungen müsse sein, mit möglichst geringem Mittelaufwand möglichst viel zu erreichen. Wichtig ist ihm, dass alle Gebäude betriebssicher sind.

Zugleich stellt der Amtsleiter die großen Fortschritte heraus. „Wir sind ein gehöriges Stück weiter“, sagt er und erinnert an die hohen Investitionen etwa an der Hauptschule Wattenscheid oder den aktuell laufenden Neubau des Neuen Gymnasiums. Es bleibt jedoch noch viel zu tun. Denn der Sanierungsbedarf für Schulturnhalle und Außenanlagen sind in den 37 Millionen noch nicht erhalten.

Böckler-Realschule kostet zehn Millionen
Nachdem der Rat der Stadt entschieden hat, dass die Hans-Böckler-Schule bleibt, muss sie auch saniert werden. Zehn Millionen Euro sind veranschlagt. Dadurch wird zugleich die Luft für andere Realschulen dünner. Unwahrscheinlich ist, dass alle erhalten bleiben. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es generell einen Trend zu Innenstadtschulen gibt. Angesichts eines Platzüberhangs bei den Realschulen muss der Schulentwicklungsplan Lösungsansätze zeigen.