Stadt soll fahrrad- und fußgängerfreundlicher werden

Bewerbung für AG

Perfekt ist die Situation für Fahrradfahrer in Bochum nicht. Der ADFC hat dies zuletzt deutlich betont. Aber die Stadt ist bereit, an diesem Zustand etwas zu ändern. Bereits im Juli ist der Aufnahmeantrag in die „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“ (AGFS) eingereicht worden.

BOCHUM

, 12.08.2014, 05:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Radfahren kommt auch in Bochum immer mehr in Mode. Die Stadt baut deshalb neue Wege.

Radfahren kommt auch in Bochum immer mehr in Mode. Die Stadt baut deshalb neue Wege.

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„Das ist eine immense Steigerung“, sagt Seidel. Im Jahr 2004 lag der Anteil des Fahrradverkehrs bei gerade einmal sechs Prozent, der des motorisierten Verkehrs dagegen bei 56 Prozent. Erhoben werden diese Werte nur alle zehn Jahre, die neuen Zahlen sollen im Herbst 2014 vorliegen. „Wir hoffen, dass wir dann schon ein bisschen erreicht haben“, sagt Christoph Matten vom Tiefbauamt.

Von der Aufnahme in die AGFS, der unter anderem Bochums Nachbarstädte Essen, Dortmund und Herne bereits angehören, versprechen sich die Verantwortlichen einiges. „Der wichtigste Vorteil einer AGFS-Mitgliedschaft ist die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches der Kommunen untereinander“, so Matten.

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„Außerdem wäre das ein Aushängeschild für die Stadt. Zudem fließen entsprechende Fördermittel des Landes vor allem an AGFS-Kommunen“, so Matten. An der Bewerbung beteiligt ist unter anderem auch der ADFC. Dieser hatte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zur Radfahrsituation in Bochum geäußert. „Diese teils massiven Angriffe passen nicht zum Willen der Veränderung in dieser Stadt“, sagt Seidel. Zur Ausarbeitung der Bewerbung habe es Sondertermine nur mit dem ADFC gegeben. „Das war Schwerstarbeit, aber grundsätzlich begrüßt der ADFC die Bewerbung.“Vorbereitungstermin vermeiden Bereits im Januar 2013 hatte der Umweltausschuss den Auftrag einer Bewerbung erteilt. Mehr als ein Jahr später, im April 2014, beschloss der Rat der Stadt die Einreichung des Aufnahmeantrags. Nach den Sommerferien wird sich zunächst eine Vorbereitungskommission das Stadtgebiet ansehen und die Bewerbung prüfen. Bei Komplikationen könnte ein zweiter Vorbereitungstermin nötig werden. „Das würden wir gerne vermeiden“, sagt Matten. „Die endgültige Prüfung erfolgt dann Ende des Jahres.“ Mit einer Aufnahme sei Anfang 2015 zu rechnen. „Die AGFS-Mitgliedschaft bedeutet jedoch nicht, dass alles perfekt ist“, betont Matten. „Sie zeigt vielmehr die Bereitschaft zur Weiterentwicklung.“

Neue Wegweiser
Auf der Herner Straße sowie der Oskar-Hoffmann-Straße sind bei den aktuellen Umbauarbeiten auch Radwege eingeplant. Als nächstes sollen an der Bessemer Straße Radwege entstehen. Außerdem will das Tiefbauamt noch in diesem Jahr die Wegweisung ausbauen, damit Radfahrer auf bestehende Radwege besser hingewiesen werden.

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