Stadt soll Gemeindehaus in Nette retten

Forderung der Bezirksvertretung

Die geplante Schließung des evangelischen Gemeindehauses Nette hängt wie eine schwarze Wolke über dem Ortsteil. Mittlerweile ist es dort sprichwörtlich „5 vor 12“. Die ersten Gruppen denken an Auflösung, andere haben sie sogar schon beschlossen.

NETTE

, 13.06.2017, 17:28 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das evangelische Gemeindhaus in Nette

Das evangelische Gemeindhaus in Nette

„Die Kirche hat ihre Leute im Stich gelassen. Nur die Stadt kann jetzt noch helfen“, sagte Detlef Adam in der Juni-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Mengede. Konkret heißt das: Die Verwaltung soll prüfen, ob die Einrichtung eines Bürger- und Begegnungszentrums am bisherigen Standort der evangelischen Kirche möglich ist.

Einen entsprechenden Antrag legte die SPD-Fraktion vor. Ganz wichtig sei es, so Adam, dass die Stadt endlich mit den Bürgern in den Dialog trete. „Die Bevölkerung wird völlig im Dunkeln gelassen“, kritisierte er. Bereits im Januar habe er, so Adams, mit dem Landtagsabgeordneten Armin Jahl dem zuständigen Dezernenten diesen Vorschlag unterbreitet – aber bis heute keine Antwort erhalten. Finanziert werden könnte das Projekt mit Hilfe des Städtebauförderprogramms „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2017“.

Was ist mit Folgekosten?

Aufgrund einer fehlenden Kostenaufstellung und Machbarkeitsstudie enthielt sich die CDU-Fraktion bei der Abstimmung – auch wenn sie das Ansinnen begrüße. so Gerhard Kuck. Man wolle aber ohne Vorab-Prüfung kein Eurograb riskieren, schließlich müsse man sich auch gegenüber dem Bürger verantworten.

Sein Fraktionskollege Joachim Farnung warnte vor den noch nicht ermittelten Folgekosten und gab offen zu, dass ihm der Gedanke, die Kirche könne auf diesem Wege auch noch Geld erhalten, nicht behage. Zudem sei da ja noch das Angebot der katholischen Gemeinde, für die evangelischen Gruppen zusammenzurücken.

Piraten: Stadt hat Chance verpasst

Dieter McDevitt bedauerte, dass die Stadt die Chance verpasst habe, mit der Ausrichtung des Kirchentags 2019 Druck auf die evangelische Kirche in Sachen Gemeindehaus Nette auszuüben. Isabella Knappmann begrüßte den Antrag, Es sei wichtig, Projekte immer wieder anzuschieben und dafür viele Verbände und Ämter mit ins Boot zu holen. In Westerfilde habe diese Hartnäckigkeit mittlerweile Wirkung gezeigt.

Mit der nötigen Mehrheit wurde der Antrag Richtung Verwaltung auf den Weg gebracht.