Stadt überrumpelt Anwohner mit Haltestellen-Bau

Ärger um Bauarbeiten

Die Stadt baut eine Bushaltestelle - und eine ganze Straße ist in Aufruhr. Den Anwohnern der Berghofer Straße hat nämlich niemand Bescheid gesagt. Jetzt ärgern sie sich über wegfallende Parkplätze und die falsche Lage der Haltestelle. Die Stadt versteht das Problem nicht.

BERGHOFEN

, 03.12.2015, 02:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadt überrumpelt Anwohner mit Haltestellen-Bau

Da staunten die Anwohner nicht schlecht. Am Montag waren plötzlich die Bagger da. Anne Potthoff-Uniewski, Beate Gülland, Dieter Heise und Peter Gieselmann vor dem aufgerissenen Bürgersteig.

Als am Montag die Bagger plötzlich vor der Tür standen, glaubte Anne Potthoff-Uniewski zunächst, der Bürgersteig vor ihrem Haus an der Berghofer Straße würde saniert. Erst auf Nachfragen bekam sie dann heraus, dass es eine etwas größere Baumaßnahmen wird, nämlich eine Bushaltestelle.

„Man hat uns vonseiten der Stadt überhaupt nicht in Kenntnis gesetzt über die Baumaßnahme“, sagt die Berghoferin. Eigentlich sei man davon ausgegangen, dass die Bauarbeiten im oberen Teil der Berghofer Straße schon lange abgeschlossen seien. Jetzt sei man erst durch Zufall zu den Informationen gekommen. Zudem würde jetzt auch der Parkstreifen in diesem Bereich verschwinden, was vor allem den angrenzenden Geschäftsleute sauer aufstößt.

„Die Kunden, die zu uns kommen, müssen ja auch die Möglichkeit haben, ihre Fahrzeuge abzustellen“, sagt Dieter Heise. Der betreibt an der Berghofer Straße 201 ein Fachgeschäft für Medizintechnik und ist sich durchaus bewusst, dass es sich bei den Parkplätzen, die nun verschwinden, um eine öffentliche Fläche handelt. Doch auch er vermisst jegliche Informationen zu der neuen Baumaßnahme.

Bezirksvertreter wurden informiert, Bürger nicht

Auf Nachfrage unserer Redaktion stellt Stadtsprecher Frank Bußmann klar, dass seitens der Stadt keine einzelne Unterrichtung über solche Bauprojekte erfolge. Die Planung werde der Bezirksvertretung vorgelegt und auch die DSW21 sei davon unterrichtet.

Ärgerlich sei das, so Peter Gieselmann. Der wohnt gegenüber der neuen Haltestelle und wunder sich über deren neue Lage. „Hier steigt doch kaum jemand ein. Hier oben gibt es kaum Geschäfte.“ Weiter südlich, wo jetzt in Höhe der Tankstelle an der Berghofer Straße eine provisorische Haltestelle sei, da würden viele Senioren wohnen. Da sei doch ein besserer Platz für so eine Bushaltestelle.

Fehlender Akt der Höflichkeit

Es ist das „Nichtgefragtwerden“, was die Bürger so auf die Palme bringt. „Da werden zig Informationsveranstaltungen über die beiden neuen Kreisverkehre im Ort abgehalten, aber wo man vernünftigerweise eine Haltestelle platziert, da wird nicht nachgefragt bei den Leuten, die es doch betrifft“, sagt Gieselmann.

Natürlich spreche man hier über öffentliche Fläche, aber es sei doch auch ein Akt der Höflichkeit, die Anwohner zumindest mal zu fragen, ob an dieser Stelle überhaupt Sinn mache. Für die kommunale Politik liegt die sich im Bau befindende Haltstelle aber genau richtig. „Die Haltestelle ist das Gegenstück zur Haltestelle gegenüber (Iltisweg). Die war früher Höhe Aldi. Durch die zusätzliche Haltestelle am Igelweg ist sie nun weiter südlich. Den Standort hat die Verwaltung so vorgeschlagen und das ist so in Ordnung“, sagt Fritz Goersmeyer, Sprecher der Grünen in der BV-Aplerbeck.

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