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Stadt wappnet sich für Bieterkampf um Altes Postgebäude

BOCHUM Die Telekom will das Alte Postgebäude am Willy-Brandt-Platz verkaufen und der Investor ECE hat ein Auge darauf geworfen. Da will die Stadt noch ein Wörtchen mitreden und rüstet sich für den Bieterkampf.

von Von Christoph Walter

, 20.11.2008
Stadt wappnet sich für Bieterkampf um Altes Postgebäude

Das Alte Postgebäude am Willy-Brandt-Platz.

Die Deutsche Telekom will zeitnah das Alte Postgebäude am Willy-Brandt-Platz inklusive Grundstück verkaufen. Brennendes Interesse an der Eckparzelle in erstklassiger Lage gegenüber dem Rathaus hat der Hamburger Investor ECE, der in Bochum den Citypoint, die Drehscheibe sowie das Uni-Center betreibt. Mit einem eigenen Kaufangebot will die Stadt allerdings einen Deal zwischen Telekom und ECE oder anderen Interessenten verhindern - um sich sämtliche Planungsoptionen für den innersten Stadtkern offen zu halten. Zumal in ein paar Jahren auch der an das Telekom-Grundstück angrenzende Gerichtsstandort in wertvollstes Bauland verwandelt werden soll.

Um ins Bieterverfahren einsteigen zu können, muss der Stadtrat grünes Licht geben. Ein entsprechender Beschluss ist aber absehbar, nachdem sich am Mittwoch bereits alle Fraktionen im nichtöffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung für das Kaufangebot ausgesprochen hatten."Gutes Angebot" für die Telekom

"Mit Blick auf die gesamte Planung rund um den jetzigen Gerichtsstandort ist es wichtig, dass sich die Stadt um das Telekom-Grundstück bemüht und den Verkauf nicht einfach dem wettbewerblichen Markt überlässt", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz-Dieter Fleskes. Aus dem Etat der Wirtschaftsförderung könne der Telekom "ein gutes Angebot" gemacht werden, so Fleskes weiter. "Finanzielles Potenzial ist hier vorhanden. Ob die Stadt letztendlich den Zuschlag als Zwischenerwerber bekommt, hängt ganz vom Bieterverfahren ab."

CDU-Fraktionschef Lothar Gräfingholt sieht die Sache ähnlich. Deshalb würden die Christdemokraten mit der rot-grünen Koalition "mitziehen". Uwe Vorberg von der Linken erklärte, dass sich die Stadt mit ihren Entwicklungsplänen "nicht an ECE ausliefern" dürfe.

ECE-Konzept noch aktuell

ECE-Sprecher Robert Heinemann bestätigte gestern auf Anfrage: "Für uns ist das Grundstück am Willy-Brandt-Platz nach wie vor höchst interessant." Das Konzept für den Neubau eines Einkaufszentrums, das die ECE für die Standorte Altes Postgebäude und Gerichtskomplex ausgearbeitet hat, sei laut Heinemann noch immer brandaktuell. Vorsorglich hat sich das Unternehmen Grundstücke von Privateigentümern an der Victoriastraße und der Junggesellenstraße gesichert.