Stadt will Wildgänsen Eier klauen

Gewässer-Schutz

Der Phoenix-See ist eines der vogelreichsten Gewässer in Dortmund - doch für die Stadt etwas zu vogelreich. Um die Wildgans-Situation am See wieder "verträglich" zu machen, soll in dieser Brutsaison ein Teil der Eier unfruchtbar gemacht oder ausgetauscht werden.

DORTMUND

, 23.03.2015, 13:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wildgänse 2013 am Phoenix-See. Damals war der Bestand noch halb so groß wie heute.

Wildgänse 2013 am Phoenix-See. Damals war der Bestand noch halb so groß wie heute.

In den letzten Jahren hat sich der Wildgansbestand am Phoenix-See mangels natürlicher Feinde annähernd verdoppelt, schreibt die Stadt in einer Pressemeldung. Bis zu 130 Tiere sollten 2014 teilweise gleichzeitig am See zu beobachten gewesen sein - vor allem Nil- und Kanadagänse.

Weil die Vögel jedoch nicht nur fliegen und schnattern, sondern auch ihren Kot am See hinterlassen, soll ihr Bestand limitiert werden. Und damit auch hoffentlich ein Großteil seiner Hinterlassenschaften.

Gelegekontrolle durch einen Jäger

Doch nicht nur der ästhetische Genuss der See-Besucher ist dabei ein Grund für die sogenannte Gelegekontrolle, sondern auch die Wasserqualität, die bewahrt werden soll. Die Kontrolle führt der zur Stadtentwässerung gehörende Betrieb Phoenix See durch.

Die Maßnahme ist laut Stadt von der zuständigen Unteren Jagd- und Fischereibehörde beim Umweltamt genehmigt worden. Ein von der Behörde zugelassener Jäger tauscht die Eier aus.

2013 war es noch verträglich

Schon vor zwei Jahren wurde gegen die Vögel gewettert: "Sie gehören nicht in diesen Lebensraum", sagte 2013 Georg Sümer, Leiter des Seebetriebs. "Aber noch ist die Situation so, dass der See es vertragen kann."

Dass der Bestand bis zum Frühjahr 2015 so stark wachsen sollte, konnte man damals nur vermuten. So wurden schon zu diesem Zeitpunkt erste Versuche vorgenommen, das Wachstum einzudämmen, unter anderem wurde die Grün-Insel im See - ein beliebter Brutplatz - schwerer erreichbar gemacht.

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