Stadt wünscht sich DHL-Ansiedlung auf Opel-Flächen

Ausschuss für Strukturentwicklung

Die Zukunft der Opel-Flächen war am Mittwoch Thema im Ausschuss für Strukturentwicklung. Nötig war das, weil die Ansiedlung eines Logistikunternehmens zunächst keine Option war – doch die Stadt nun andererseits gerne den Paketdienstleister DHL auf dem Gelände sehen würde.

BOCHUM

, 04.02.2015, 17:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadt wünscht sich DHL-Ansiedlung auf Opel-Flächen

Wenn Opel geht, soll DHL kommen - dafür passt die Stadt jetzt den Bebauungsplan für das Gelände an.

Lange Reihen von Hochregalen, automatisierte Prozesse, wenig Arbeitsplätze – das war eine der Vorstellungen, die man seitens der Stadt mit Logistikunternehmen verband. Deshalb war diese Sparte, ebenso wie der Bereich Unterhaltung (Multiplex-Kinos etc.) und Einzelhandel, auf der Opel-Fläche unerwünscht, so erklärt es Kai Müller vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. Die Fläche sollte durch einen Branchenmix nachhaltig bebaut werden und nicht nur kurzfristige Einnahmen bringen. Doch als DHL das Angebot unterbreitete, in Bochum das modernste und größte Verteilungszentrum Deutschlands zu bauen, änderte sich die Grundhaltung gegenüber Logistikunternehmen.

"Es geht um 600 Arbeitsplätze"

Entsprechend soll nun der Bebauungsplan angepasst werden – mit konkreten Rahmenbedingungen, die im Logistiksektor nur wenige Unternehmen erfüllen. Von einer „wertschöpfenden Logistik“ ist da die Rede und von einem Mindestwert von durchschnittlich 35 Mitarbeitern pro Hektar. Ein Wert, den DHL nach Auskunft Müllers deutlich überschreiten würde: „Es geht um 600 Arbeitsplätze“, sagt er.

Ganz unkritisch gesehen wird die Ansiedlung von DHL nicht. Denn die Fläche, die das Unternehmen gerne nutzen möchte, liegt im südlichen Bereich des Opel-Geländes, direkt neben der gerade im Bau befindlichen A44. Dieser Bereich ist auf dem Bebauungsplan eigentlich für lärmintensive und rund um die Uhr produzierende Industrie vorgesehen.

Möglicher Baubeginn: Mitte 2016

Doch außer mit DHL sind bisher keine Gespräche mit Interessenten weit fortgeschritten – somit ist die Ansiedlung des Dienstleisters mehr oder weniger alternativlos. Auch ein möglicher Baubeginn steht schon im Raum: „Mitte 2016“, sagt Müller – die ersten Bagger des Logistikunternehmens stünden damit bereits auf dem Gelände, wenn die letzten Abrissbagger von Opel den Heimweg antreten.