Stadt zieht sich im Kampf gegen Wettbüros zurück

Bislang 50 Verbote

Der große Ansturm der privaten Sportwettenanbieter blieb am Tag nach dem Gerichtsurteil aus Gelsenkirchen aus. Doch im Rathaus sind sich alle einig: Der kommt noch. Aus Angst vor Schadensersatzansprüchen wird die Stadt Wettbürobetreiber ab sofort gewähren lassen.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 09.04.2011, 10:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Aus Angst vor Schadensersatzansprüchen wird die Stadt Wettbürobetreiber ab sofort gewähren lassen, hatte Rechtsdezernentin Diana Jägers am Donnerstag im Rat mitgeteilt. „Wir können die Bastion nicht länger halten“, erklärte sie gestern. Glücklich ist sie darüber nicht. „Das Verwaltungsgericht ist zu der Auffassung gekommen, dass der Glücksspielstaatsvertrag bei Sportwetten restriktiver ist, als in anderen Bereichen“, erklärt Reinhard Firlej, Leiter des Ordnungsamtes.Er ist überzeugt, dass die ersten Wettbüros in Kürze zu sehen sein werden. „Das ist nicht gut für das Image einer Stadt“, sagt Jägers. Vor allem an der Brückstraße und an der Dorstener Straße habe es in der Vergangenheit Versuche gegeben, Wettbüros zu eröffnen.

Würde das Ordnungsamt diese weiter unterbinden, drohen Schadensersatzforderungen in sechsstelliger Höhe - „pro Wettbüro“, so Jägers. Dass die Stadt nun für ihre striktes Vorgehen in der Vergangenheit zur Kasse gebeten wird, hält sie - aufgrund entsprechender Gerichtsurteile in anderen Kommunen - für unwahrscheinlich.