Stadtdirektor eröffnet Acker als Torwart

MENGLINGHAUSEN Die Stadt ist aus etlichen Abseitsfallen hervorgekrochen und stürmt jetzt mit einem durchgeprüften Bolzplatz-Plan auf einen Acker "Am Rüggen".

von Von Peter Bandermann

, 19.09.2007, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Stadtdirektor Ullrich Sierau, der sich beim Anpfiff im Frühjahr 2008 als Torhüter behaupten will und sein Verteidiger - Jugendamtsleiter Ulrich Bösebeck - präsentierten einen Plan, der die gestern "illegal" auf einer ökologischen Ausgleichsflächen kickenden und immer wieder verscheuchten Kinder Lukas, Marcel, Fabian, Jana, Tom und Tobias jubeln ließ:

Nach dem ewigen Hin und Her, nach vielen Anwohnerprotesten und zähen Verhandlungen planiert die Stadt schon bald einen Teil des Ackers "Am Rüggen", damit dort im Frühjahr 2008 auf einer dichten Grasnarbe der Anpfiff ertönt. Immer wieder war auch SPD-Ratsmitglied Olaf Radtke für einen Bolzplatz in Menglinghausen-Süd nach vorn gestürmt, doch stets landete seine Initiative im Aus. Seine Gegner und die des Jugendamts waren zumeist Nachbarn, die einen Bolzplatz vor ihrer Haustür oder auf einer ökologischen Ausgleichsfläche hinter dem Garten verhindern wollten.

Zeitverzug

"Die Zeiten sind vorbei, in denen man einfach einen Spielplatz baut. Ein Spielplatzbau ist ein Akt, der verwaltungsrichterlich überprüft werden kann", bedauerte Stadtdirektor Ullrich Sierau den Zeitverzug und die Vorgaben, mit denen Stadtplaner leben müssten.

Inzwischen konditionsstark, wagte das Jugendamt das Zuspiel zu einem benachbarten Landwirt - der seinen Acker gerne in ein 20 mal 40 Meter großes Stadion umwandeln lässt. "Wir haben alles durchgeprüft, das wird hier niemanden stören", glaubt Sierau an einen Plan, der auch vor einem Oberverwaltungsgericht nicht die rote Karte sieht.

Eine Flanke weiter liefen Lukas, Marcel, Fabian, Jana, Tom und Tobias dem Ball hinterher. "Ich gehe beim Eröffnungsspiel ins Tor, wenn ihr meine Mannschaft seid", lud er das Team bei der Vorstellung der Pläne ein. Jugendamtsleiter Uli Bösebeck bot sich als Verteidiger an: "Wenn der Stadtdirektor spielt, macht der Amtsleiter mit. Und anschließend gehen wir ins Krankenhaus."

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