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Anwohner fordern Weiterbetrieb der Kabelanlage

02.11.2007

Stadtlohn Die städtische Kabelanlage im Wohngebiet "Hof Claushues" ist mehr als 30 Jahre alt, entspricht nicht mehr den technischen Anforderungen, und eine Sanierung würde nach Angaben des Kabelanbieters unity-media (Nachfolger von ISH) mit 100 000 Euro zu Buche schlagen - nach kurzer Sachdarstellung durch die Verwaltung waren die Mitglieder des Bauausschusses am Dienstag schon drauf und dran, dem Verwaltungsvorschlag zu zustimmen: "Die Kabelanlage wird zum 30. Juni 2008 aufgegeben." Die Bewohner, so der Hinweis, sollten sich zum Radio- und Fernsehempfang eine Schüssel aufstellen oder die digitale dbtv-Technik nutzen.

Kragen geplatzt

Da platzte den Bewohnern der Siedlung, die zweieinhalb Stunden als Zuhörer der Sitzung ausgeharrt hatten, bis "ihr" Tagesordnungspunkt an der Reihe war, der Kragen. "Wo sind denn die Alternativen?", rief der eine, der andere monierte: "Das haben wir doch alles teuer bezahlt". Bevor die knapp 20 aufgebrachten Einwohner die Sitzung verlassen konnten, kamen sie doch noch zu Wort: Ausschussvorsitzender Hermann Lensker beantragte, den Besuchern Rederecht einzuräumen. Das Ergebnis: Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt, die Verwaltung soll noch einmal überprüfen, "was machbar ist", so Marietheres Böing (CDU).

Beim "Hof Claushues" handelt es sich ursprünglich um eine reine Flachdachsiedlung. Mittlerweile aber ist "Aufstocken" erlaubt, und seit 2002 auch das Anbringen von Satellitenschüsseln - "rund 30 Haushalte haben davon Gebrauch gemacht und ihren Kabelanschluss gekündigt", so Bauamtsleiter Wolfram Höltken.

Viele kündigen

Fast täglich erreichten das Rathaus nun Kündigungen für den Kabelanschluss, am Sitzungstag waren es nur noch 158 Haushalte, die ihn nutzten. Für die Verwaltung ein weiterer Grund, die Aufgabe der Anlage vorzuschlagen: Die steigenden Kosten - der Anbieter hatte um etwa 40 Prozent erhöht - verteilten sich auf immer weniger Nutzer, verdeutlichte Höltken. Verpflichtet sei die Stadt nicht, die Anlage weiter vorzuhalten.

Die Einwohner wollten die Anlage "nicht einfach so" aufgegeben wissen. Es wurde dafür plädiert, die Anlage noch drei, vier Jahre in Betrieb zu lassen, bis die Digitaltechnik in Stadtlohn ausgereift zur Verfügung stehe. "Ich habe ein Flachdach, drum herum hohe. Wo soll ich denn die Schüssel hin ausrichten?", stellte ein Besucher die Problemlage einiger Einwohner dar.

Ein anderer machte seinem Ärger Luft: Man habe die Verwaltung im August angeschrieben und das Problem geschildert. "Dann ist ein Brief bekommen, sonst nichts, und dann das hier heute. Was sind das denn für Methoden?" ewa

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