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Wege aus der Krise zeigen

Stadtlohn/VREDEN Es klingt wie ein bürokratisches Wortungetüm: "Sozialpsychiatrischer Dienst". Doch was es bezeichnet, hat nichts mit Amtsstuben und Aktendeckeln gemein - denn dahinter stehen schlichtweg Menschen.

09.11.2007

Wege aus der Krise zeigen

<p>Wollen helfen (von links): die Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Mechtild Römer, Ute Gewers (Bezirk Gescher und Ahaus), Abteilungsleiter Thomas Höing, Brigitte Brauns und Ute Herterich vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises. Ohm</p>

Zwei von ihnen sind Ute Herterich und Brigitte Brauns. Ihre Aufgabe: psychisch Kranken und ihren Familien Wege aus der Krise aufzeigen. Deshalb steht ihre Tür im alten Kreishaus in Ahaus weit offen - aber auch zu den Sprechzeiten in Stadtlohn und Vreden. Offen für Menschen in seelischen Krisensituationen, offen für den Menschen mit langer Leidensgeschichte, der endlich wieder Fuß fassen will im Alltag, offen den Angehörigen, der nicht weiß, wie das Leben mit einem psychisch Kranken weitergehen soll.

Ute Herterich hat den Bezirk Stadtlohn übernommen, Brigitte Bruns kümmert sich um Betroffene in Vreden und zum Teil in Ahaus. Ihr wichtigstes Ziel: Helfen, den richtigen Weg der Behandlung und Begleitung zu finden - und das mit der Leitlinie "ambulant vor stationär".

Seelische Erkrankungen treffen Menschen jeden Alters - in den vergangenen Jahren aber zunehmend auch jüngere, lautet eine Erfahrung des Teams. Nicht jeder ist bereit, sich die Krankheit einzugestehen - "selbst wenn er sich und sein Umfeld schon bis zur Grenze des Erträglichen belastet".

Der sozialpsychiatrische Dienst versucht auch in solchen Fällen, zu helfen. Nicht selten stoßen Polizei oder Sozialamt den Dienst auf Umstände, in denen ein Kranker nicht mehr allein weiter kommt. Überhaupt verstehen sich die Mitglieder des Dienstes als "Netzwerker" - arbeiten mit Krankenhäusern und Hausärzten ebenso zusammen wie mit den Servicepunkten Arbeit in den Rathäusern.

Mitbringen müssen Ute Herterich, Brigitte Brauns und ihre Kollegen oft einen langen Atem. Manchen Erkrankten begleiten sie über Jahre, geben ihm Anstöße, holen ihn aus der immer drohenden Isolation - zum Beispiel durch die Gruppen, in denen sich Betroffene austauschen können. Und mitunter klopfen sie auch an der Wohnungstür an: "aufsuchende Funktion", heißt das im Amtsdeutsch. Wer da kommt, ist ein Mensch. to

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