Stadtstreicher nach Raubüberfall vor Gericht

Am Bochumer Landgericht

Weißer Rauschebart, schwarze Sonnenbrille: So hat ein 54-jähriger Stadtstreicher im vergangenen Dezember einen Drogeriemarkt in Herne überfallen. Angeblich brauchte er Geld für Geschenke. Seit Dienstag steht er in Bochum vor Gericht.

Bochum/Herne

11.07.2017, 12:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Christoph Pindur im Bochumer Landgericht.

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Christoph Pindur im Bochumer Landgericht.

Es war schon spät am Nachmittag, als der Täter vor der Drogerie auftauchte. Erst wartete er vor der Tür und rauchte, dann lief er ziellos durch den Laden. Doch dann ging alles ganz schnell: Laut Anklage hielt er einer Kassiererin eine Pistole an den Kopf und erbeutete 610 Euro. Bei der Polizei hatte der Angeklagte später erzählt, dass er keine Geschenke für seine Kinder hatte. Deshalb der Überfall.

Bis zu seiner Festnahme sollte aber noch mehr als ein Monat vergehen. Erst als der Angeklagte erneut vor der Herner Drogeriefiliale auftauchte - wieder mit schwarzer Sonnenbrille - schlug eine der Mitarbeiterinnen Alarm. Sie hatte den 54-Jährigen sofort wiedererkannt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Ein Geständnis wird später im Prozess erwartet

"Er ist eigentlich ein ganz ruhiger Typ", sagte sein Verteidiger Christoph Pindur am Rande des Prozesses vor dem Bochumer Landgericht. Es gebe auch keine Vorstrafen. "Er weiß auch nicht genau, was damals durch seinen Kopf gegangen ist."

Selbst hat sich der 54-Jährige zum Prozessauftakt noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das soll erst an einem späteren Verhandlungstag erfolgen. Wie es heißt, ist aber davon auszugehen, dass er sein, bei der Polizei abgegebenes, Geständnis wiederholen wird.

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