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Stadtwerke schütten über 40 Mio. Euro an die Stadt aus

"Ordentliches Geschäftsjahr"

"Wir werden 40 Millionen Euro plus 'X' für 2013 an die Stadt ausschütten", sagt Bernd Wilmert, Sprecher der Geschäftsführung. Das Unternehmen erfüllt damit die Vorgaben der Politik zu mehr als 100 Prozent und bleibt eine verlässliche Stadttochter. Selbstverständlich ist das nicht.

BOCHUM

, 06.03.2014 / Lesedauer: 3 min
Stadtwerke schütten über 40 Mio. Euro an die Stadt aus

Bernd Wilmert, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum.

Die Energiewende macht vielen Konzernen schwer zu schaffen. RWE beispielsweise gab am Dienstag einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro für 2013 bekannt. Mit erheblichen Folgen auch für die Stadt Bochum. Die Ausschüttung von RWE verringert sich um 6,5 Millionen Euro. „Wir versuchen ständig Kosten zu reduzieren“, antwortet Wilmert auf die Frage, wie die Stadtwerke gegengesteuert haben. Dabei stehen sämtliche Kostenstellen auf dem Prüfstand. Auch kleinere wie etwa die der Kantine. Sie werde so wirtschaftlich wie möglich betrieben.

Bei den großen Kostenstellen setzen die Stadtwerke vor allem auf Kooperationen, um Kosten zu senken. So wurden etwa die IT-Mitarbeiter in ein kommunales Unternehmen ausgegliedert, das jetzt neben den Stadtwerken eine Reihe weiterer Kunden hat und somit effizienter arbeiten kann. Grundsätzlich gilt, dass sich die Bochumer Stadtwerke mit anderen Unternehmen vergleichen und in möglichst vielen Bereichen einen Spitzenplatz belegen und damit die geringsten Kosten haben wollen. Dabei gibt es bei den Stadtwerken laut Wilmert eine klare Grenze. „Es ist mir sehr wichtig, dass keiner entlassen wird.“ Der Sprecher der Geschäftsführung macht deutlich, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Der Personalabbau werde vornehmlich durch Vorruhestandsregelungen erreicht. Aktuell arbeiten direkt bei den Stadtwerken 750 Mitarbeiter. Dazu kommen weitere Beschäftigte in anderen Gesellschaften wie etwa dem IT-Unternehmen.

„Die Welt hat sich dramatisch geändert“, sieht Wilmert einen großen Veränderungsdruck. Mit weniger Mitarbeitern müssten viel mehr Aufgaben bewältigt und viel höhere Umsätze erzielt werden. Allein im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke rund 800 Millionen Kilowattstunden Strom außerhalb Bochums vor allem an Gewerbekunden verkauft. Ausdrücklich betont der Sprecher der Geschäftsführung, dass die Stadtwerke dabei immer schwarze Zahlen schreiben. „Wir hätten mehr haben können, wenn wir bereit wären draufzuzahlen.“

Auch auf dem heimischen Markt sind die Stadtwerke laut Wilmert gut unterwegs. Weil die Kunden aber sehr preissensibel sind, müssen die Stadtwerke extrem auf die Kosten achten. Sonst seien die Ausschüttungen an die Stadt in dieser Höhe nicht machbar. Zu den 40 plus X Millionen kommen 23 Millionen Euro Konzessionsabgabe an die Stadt. Über die EWMR führen die Stadtwerke für das Jahr 2012 voraussichtlich rund 460 000 Euro Gewerbesteuer an die Stadt Bochum ab. Unter dem Strich spricht Bernd Wilmert deshalb von einem ordentlichen Jahr. Für das laufende Jahr kündigt er Investitionen im Heimatmarkt von rund 40 Millionen Euro an. Zugleich macht er sich dafür stark, angesichts niedriger Zinsen Steag möglichst schnell komplett zu übernehmen. „Jeder Monat kostet Geld.“ Erst nach der Übernahme sollen nach dem Willen des Konsortiums strategische Partner gesucht werden.

Kein größeres Engagement planen die Stadtwerke nach Aussage von Wilmert in Zukunft bei Windparks auf hoher See. Das Projekt vor Borkum soll nach verschiedenen Verzögerungen im Sommer ans Netz gehen. Mit Blick auf künftige Betriebsergebnisse fordert er, dass konventionelle Kraftwerke „ins Geld kommen müssen“. Der Geschäftsführer setzt bei dieser „mächtigen Baustelle“ auch auf Hilfe durch die neue Bundesregierung. 

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