Stadtwerke stellen Details des neuen Sponsoring-Konzeptes vor

Bodenständig statt Glitzer

Die Zeiten automatischer Zahlungen der Stadtwerke an Vereine, Organisationen und Institutionen gehören in Kürze der Vergangenheit an. Künftig sollen größtmögliche Transparenz und Bürgernähe oberste Priorität haben. Die Gründung eines Beirats und das Votum der Bürger sollen dabei helfen.

BOCHUM

von Von Thomas Aschwer

, 18.04.2013, 18:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stadtwerke stellen Details des neuen Sponsoring-Konzeptes vor

Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert stellte am Donnerstag das neue Sponsoring-Konzept der Stadtwerke vor. Großprojekte werden in den nächsten Jahren zum Teil deutlich reduziert, Bürgerprojekte werden hingegen ausgebaut.

Kurzfristiges Sponsoring und Anzeigen bilden die Kategorien I und II. Gewährt werden beim Sponsoring maximal 2499 Euro. Es findet keine Bürgerbeteiligung statt. Bürgerprojekte bilden die Kategorie III. Sie werden mit einer Summe zwischen 2500 und 24.999 unterstützt. Ein Beirat prüft die Unterlagen, dann folgt ein Bürgervoting. Zukunftsprojekte, die maximal drei Jahre lang mit mehr als 25.000 Euro gefördert werden, bilden die Kategorie IV. Die Entscheidung liegt beim Aufsichtsrat der Stadtwerke.

 Mit einer stärkeren Hinwendung zu Bürgerprojekten wolle das Unternehmen ein Stück des „sicherlich beschädigten“ Images zurückgewinnen. Rund 170 große und kleine Projekte förderte das Unternehmen in der Vergangenheit. Sie werden künftig in verschiedene Kategorien eingeteilt. Während die Bürgerprojekte an Bedeutung gewinnen sollen, fahren die Stadtwerke nach einem Beschluss des Aufsichtsrates die Sportförderung in den nächsten Jahren zurück. „Alle Verträge halten wir aber natürlich ein.“Alle neuen Genehmigungen stehen aber ausdrücklich unter dem Vorbehalt der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Vorstandschef Bernd Wilmert verwies auf die dramatischen Veränderungen des Strommarktes. „Wir müssen das Geld erst einmal verdienen.“ Eine Erkenntnis, die nach Einschätzung Wilmerts, nicht immer Berücksichtigung finde. Sein moderat formuliertes Fazit der vielen E-Mails und Briefe der vergangenen Woche lautet deshalb: Gelegentlich habe man den Eindruck gewinnen können, dass die Stadtwerke als „Anstalt öffentlichen Rechts“ zur Förderung von Sport, Kultur, Sozialem und Bildung gesehen werden.

 Öffentlich deutlich zu Wort gemeldet hatte sich beispielsweise der erfolgreiche Bochumer Billardclub, der bislang mit 20.000 Euro jährlich unterstützt wurde. Will er weiter Fördergelder bekommen, muss er sich um eines der sogenannten Bürgerprojekte bemühen. Bevor diese Projekte für die Öffentlichkeit zur Internet-Abstimmung freigegeben werden, prüft der neue elfköpfige Beirat, ob bestimmte Mindestkriterien erfüllt werden. Beispielsweise darf es sich bei den Bewerbern nicht um Privatpersonen, sondern nur um Vereine, Organisationen oder Institutionen handeln. Dass die Neu-Regelung für die Antragsteller zusätzlichen Aufwand bedeutet, ist den Stadtwerken bewusst. Aus Sicht von Bernd Wilmert ist es aber keine „allzu große Belastung, sich für ein Projekt entsprechend einzusetzen“.   

Kurzfristiges Sponsoring und Anzeigen bilden die Kategorien I und II. Gewährt werden beim Sponsoring maximal 2499 Euro. Es findet keine Bürgerbeteiligung statt. Bürgerprojekte bilden die Kategorie III. Sie werden mit einer Summe zwischen 2500 und 24.999 unterstützt. Ein Beirat prüft die Unterlagen, dann folgt ein Bürgervoting. Zukunftsprojekte, die maximal drei Jahre lang mit mehr als 25.000 Euro gefördert werden, bilden die Kategorie IV. Die Entscheidung liegt beim Aufsichtsrat der Stadtwerke.