Städte im Ruhrgebiet wollen keine Corona-Notbremse

Corona-Notbremse in NRW

Enige Ruhrgebietsstädte wollen trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen keine Corona-Notbremse. Die Landesregierung hatte diese für Regionen mit einer Inzidenz über 100 verordnet.

Herne/Mühlheim

27.03.2021, 12:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einige Städte aus dem Ruhrgebiet möchten trotz einer Wocheninzidenz über 100 keine Corona-Notbremse. Mithilfe von Schnelltests sei das Infektionsgeschehen kontrollierbar.

Einige Städte aus dem Ruhrgebiet möchten trotz einer Wocheninzidenz über 100 keine Corona-Notbremse. Mithilfe von Schnelltests sei das Infektionsgeschehen kontrollierbar. © picture alliance/dpa

Viele Großstädte in Nordrhein-Westfalen mit besonders hohem Infektionsgeschehen wollen ab Montag mit Hilfe von Schnelltests eine Rückkehr zum strengen Lockdown vermeiden.

Testkapazitäten bilden den Ausweg aus der Corona-Notbremse

Überraschend hatte das Land am Freitag jenen kreisfreien Städten und Kreisen, bei denen aufgrund lang anhaltend hoher Corona-Wocheninzidenzen eigentlich eine Notbremse erfolgen soll, Ausnahmen ermöglicht: Sofern es genügend Testmöglichkeiten gibt, sollen das Einkaufen mit Termin, der Zoo- oder Museumsbesuch sowie körpernahe Dienstleistungen für Menschen mit tagesaktuellem negativen Corona-Schnelltest erlaubt bleiben.

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Zu den Städten, die diese Testoption umsetzen wollen, gehören die Städteregion Aachen, Duisburg und Herne. Sie alle teilten am Samstag mit, das Land habe bereits sein Einverständnis erteilt. „Da Schnelltests mittlerweile an vielen dezentralen Standorten im gesamten Stadtgebiet angeboten werden, hat der Krisenstab der Stadt deshalb in Abstimmung mit dem Land beschlossen, diese Option zu nutzen“, hieß es dazu etwa aus Duisburg.

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Der Kreis Lippe prüft möglichen Antrag

Auch Aachen sieht sich gut für die Umsetzung gerüstet: Es gebe mit bereits rund 200 Teststellen für Bürger bereits eine funktionierende Infrastruktur. Der Kreis Mettmann und die Stadt Mülheim an der Ruhr haben ebenfalls beantragt, von der neuen Testoption Gebrauch zu machen. „Wir gewährleisten, dass genügend Testkapazitäten zur Verfügung stehen“, teilte Mülheims Oberbürgermeister Marc Buchholz (CDU) mit. Man gehe davon aus, dass der Antrag genehmigt werde.

Auch Wuppertal und Essen gehörten zu den Großstädten mit hoher Inzidenz, die Handel und Museen für Negativ-Getestete offen halten wollen, ebenso der Rhein-Erft-Kreis. Ebenso hat die Stadt Dortmund einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der Kreis Lippe wollte die Option prüfen - er gehört mit einer Inzidenz von 230,3 immerhin zu den Orten mit höchster 7-Tages-Inzidenz im Land. Am Freitag hatte die Landesregierung überraschend erklärt, dass die vorgesehene Corona-Notbremse doch nicht an die landesweite, sondern an die regionale Inzidenz der Kreise und kreisfreien Städte gekoppelt werde.

In Köln greift die Corona-Notbremse ab Montag

In 31 Kreisen und Kommunen mit einem drei Tage aufeinander folgenden Corona-Wochenwert von über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern müssen Handel, Museen und Zoos wieder schließen - es sei denn, das Land genehmigt ein Testkonzept. Die Millionenstadt Köln, deren Inzidenz ebenfalls über 100 liegt, hatte am Freitag angekündigt, aufgrund stark steigender Fallzahlen von einem entsprechenden Antrag beim Land derzeit abzusehen.

Auch Hagen teilte mit, die Testoption zunächst nicht nutzen zu wollen. Angesichts einer Inzidenz über 200 setze man weiterhin auf die „konsequente Einschränkung von Kontakten, die Notbremse greife. Läden, Museen, Kosmetikstudios, Zoos und bleiben dort ab Montag wieder dicht.

dpa

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