Star Wars 7 - Das Böse ist zurück

Das Erwachen der Macht

Der 7. Teil der Star-Wars-Saga läuft am Donnerstag in den Kinos an. Die Inhalte wurden bislang strikt geheim gehalten. Wir haben den neuen Film schon gesehen und finden: „Das Erwachen der Macht“ hat alles, was das Herz begehrt. Hier verraten wir, worum es geht - aber natürlich auch nicht zu viel.

DORTMUND

, 16.12.2015, 09:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

So, mal halblang. Alle zurücklehnen, durchatmen und den Hyperhyper-Mythos-Sensations-Rummel beiseite tun. Nüchtern betrachtet ist die siebte „Star Wars“-Episode auch „nur“ ein Film. Einer, der sich viel Mühe gibt, an den Geist der allerersten frühen Streifen anzudocken.

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„Das Erwachen der Macht“ hat alles, was das Herz begehrt. Gleiterschlacht und Scharmützel, Lichtschwert-Duelle, Aliens, „Reichsparteitag“ der Schurken, einen Darth Vader, den Jüngeren. Dazu einen lustigen Droiden und eine Allianz der Guten, mit neuen und alten Helden bestückt.

Aber eins nach dem anderen: Regisseur J.J. Abrams und sein Drehbuch-Kumpan Lawrence Kasdan (der schon „Das Imperium schlägt zurück“ und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ schrieb) setzen ganz auf die alte Schule, wie sie Lucas zu Anfang der Saga pflegte. Wo immer möglich kamen im neuen Film reale Modelle und Bauten zum Einsatz, nicht deren sterile Konterfeis aus dem Rechner.

Schrottiger Fuhrpark

Rostig und schrottig darf es sein in Abrams‘ Fuhrpark. So hebt der alte Millenium-Falke reichlich flügellahm von der Müllhalde des Planeten Jakku ab.

Wo eine junge Maid (Daisy Riley, Foto als Rey) mit Altmetall ihr Auskommen fristet, bis ihr der Droide BB8 zuläuft, ein R2D2 wie ein Fußball. Von da ab ist Reys Leben nicht mehr dasselbe.

Draht zur Macht

Alle wollen den Droiden, das Schicksal der Galaxis hängt von ihm ab. Er hat einen Datenträger mit einer Karte, die zu Luke Skywalker führt. Und Luke ist der letzte aus der Zunft der Jedi-Ritter, der Mann mit dem Draht zur Macht! Der Weg zu Luke führt über den Droiden und über Rey. Schon stehen die Stormtroopers auf der Matte, die Armee der Finsternis, die sich aus der Asche des Imperiums erhoben hat.

„First Order“ heißt die Truppe im Original. Ihr Führer (ein vernarbter Voldemort) gibt seine Befehle per Hologramm. Ausführendes Organ ist ein Maskenträger namens Kylo Ren (Adam Driver), der sich in der Nachfolge Darth Vaders sieht, dessen Schädel er wie eine Reliquie verwahrt. Kylo nutzt die Kraft der dunklen Seite, er kann Gedanken lesen, er will die Karte des Droiden.

"Heldenreise"

Dabei erwächst ihm ein Gegner, der von seinen wahren Fähigkeiten nichts ahnt. Hier ist es wieder, das Motiv der „Heldenreise“, schon bei Lucas durchdekliniert.

Ein Nobody durchläuft eine Reise zu sich selbst und findet seine Bestimmung. Wie heißt es im Superhelden-Kosmos: Mit großer Kraft kommt große Verantwortung!

Groß im Recycling

Kylos Widersacher kämpfen in Reihen der „Resistance“, früher Rebellen genannt. Durch die Hintertür führen Abrams und Kasdan die alte Konstellation wieder ein. Im Recycling sind die beiden groß. Einen Todesstern gibt es auch, einen Planeten-Griller, dessen Schutzschild sabotiert werden muss. Kommt uns bekannt vor.

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Ebenso der Vater/Sohn-Konflikt, von dem der Film erzählt. Papa und Sohnemann in feindlichen Lagern - fast ein Selbstplagiat innerhalb der Saga. Die neue, alte Geschichte gehört eindeutig den frischen Gesichtern: Vor allem Daisy Riley und John Boyega, der einen desertierten Stormtrooper spielt. Rührend, dass Harrison Ford und Carrie Fisher an Bord sind, doch tragend kann man ihren Part nicht nennen. Und Luke (Mark Hamill) ist eigentlich nur durch sein Schwert vertreten, fast jedenfalls. Skywalker baut die Brücke zum nächsten Film.

Märchen von naiver Schlichtheit

Auch wenn „Das Erwachen der Macht“ in seiner Anlehnung an den frühen Lucas ein Märchen von naiver Schlichtheit geworden ist – das Schöne und die Kunst daran: Man merkt es nicht.

Das Triviale, (das Star Wars-Exegeten wieder zu tiefer Philosophie erheben werden) ist so wunderbar unterhaltsam verpackt, dass man den Märchenonkeln aus Hollywood freudig auf den Leim geht.

 

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