Stationenweg zeigt jüdisches Leben in unserer Stadt

Dritte Stele

„Ich gehe mit anderen Augen durch die Goethestraße“, sagt Schülerin Tanja Nebel und fügt hinzu, „ich wünsche mir, dass es vielen Menschen so geht, wenn sie die Stele sehen.“ Die Stele, die die dritte Stele im Stationenweg „Jüdisches Leben in Bochum und Wattenscheid“ der Evangelischen Stadtakademie darstellt, wurde am Mittwoch, 27. November, der Öffentlichkeit übergeben.

BOCHUM

von von Verena Halten

, 28.11.2013, 10:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stationenweg zeigt jüdisches Leben in unserer Stadt

Mittwoch, 27. November, wurde die dritte Steele an die Öffentlichkeit übergeben: (v.l.) Tanja Nebel, Hannah Lange, Kübra Nur Günes und Leonard Schwegmann, Schüler der Goetheschule, haben die Stele in der Geschichts-AG mit Texten und Bildern gefüllt. Unterstützung gab es von den Lehrern Tobias Ossmann und Katrin Schneider.

Geschichten, die 2004 mit der ersten Stele am Dr. Ruer-Platz (Harmoniestraße) begannen und sich nun auch auf der Goethestraße fortführen – und die dritte Stele soll nicht die letzte auf dem Stationenweg sein. Dieser Meinung war nicht nur die Evangelische Stadtakademie, die für die Idee und für die Umsetzung des Stationenweges verantwortlich ist. Auch Bürgermeisterin Gabriela Schäfer, die einige Grußworte an die Anwesenden richtete, war gerührt und begeistert.

Die Schüler der Goethe-Schule sind sich sicher, dass sie nicht die Ersten und Letzten sein werden, die durch die Texte, die auf Aufzeichnungen des Stadtarchivs beruhen, und die Bilder aus den Archiven der Stadt mehr über die Juden erfahren, die früher in den Häusern der Goethestraße gelebt haben. „Aber nicht nur die Menschen, auch die Häuser erzählen Geschichten“, sagt Kübra Nur Günes, Schülerin der Goethe-Schule. Das Haus mit der Nummer 9 war ab 1939 ein „Judenhaus“, in dem jüdische Bürger vor ihrer Deportation auf engstem Raum zusammengefercht wurden. Nebel: „Ich bin froh das zu wissen, auch wenn es mir ein mulmiges Gefühl bereitet, wenn ich das Haus Nummer 9 passieren muss.“

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